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Blutarmut (Anämie)

Krankheiten
Durch einen Mangel an rotem Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, ist auch die Zahl der roten Blutkörperchen, den Erythrozyten verringert. Der Mangel führt dazu, dass das Blut weniger Sauerstoff zu den Organen transportiert.

Ein Erwachsener hat etwa 3,5 bis 5 Liter Blut, dass entspricht ca. 70 Milliliter Blut pro Kilogramm Körpergewicht.

Anzeichen einer Anämie sind z. B.: Symptome wie Müdigkeit und Schwäche. Ist die Anämie schon fortgeschritten, treten zusätzlich bei Anstrengung Atemnot, erhöhter
Hämoglobin
Bild: pixabay website5
Puls und Herzklopfen auf. Auch äußert sich die Anämie durch unzureichende Sauerstoffversorgung mit Schwindel, Konzentrationsstörungen und Engegefühl im Brustbereich.

Die häufigste Form einer Blutarmut ist ein Eisenmangel. Der Körper kann durch diesen Verlust an Eisen nicht genügend Hämoglobin und deshalb auch nicht genügend rote Blutkörperchen bilden. Die Eisenmangelanämie ist mit einem Anteil von 80 % aller Anämien die häufigste Form. An einer Eisenmangelanämie leiden ca. 25 % der Menschen. Außer der Eisenmangelanämie gibt es noch eine Vielzahl anderer Anämien, die zum Teil ersthafte Ursachen haben.
Inhalt

Grobe Einteilung der Anämien:
Entstehung von Blutzellen
Ursachen Anämien
    • Blutbildung im Knochenmark gestört
    • Zu hoher Abbau oder Verlust von Erythrozyten
    • Andere Ursachen
Grobe Einteilung der Anämien

  • Anämien verursacht durch eine verringerte Produktion von roten Blutkörperchen
  • Anämien verursacht durch einen verstärkten Abbau von toten Blutkörperchen
  • Anämien verursacht aufgrund eines Verlustes von roten Blutkörperchen durch z. B. starke Blutungen
Entstehung von Blutzellen

Die Blutbildung (genannt Hämatopoese) findet in den blutbildenden Organe des Körpers statt. Das Knochenmark (Medulla ossium) ist das wichtigste Organ zur Blutbildung.

Das Knochenmark bildet laufend neue Erythrozyten und gibt diese ins Blut ab. Pro Minute werden im Durchschnitt 160 Millionen Erythrozyten ins Blut abgegeben.

Die Blutbildung beginnt im Knochenmark z. B. in den Beckenknochen, den Wirbelknochen und den Schulterblättern. Im Knochenmark befinden sich die Stammzellen, so dass aus ihnen alle Blutzellarten hervorgehen. Stammzellen können sich unbegrenzt vermehren und über mehrere Zwischenstufen (sog. Vorläuferzellen) zu den verschiedenen Zelltypen entwickeln.

Die reifen Blutzellen werden aus dem Knochenmark ins Blut freigesetzt und übernehmen sofort ihre Funktion im Körper.

Die roten Blutkörperchen leben ca. vier Monate lang, so dass der Körper im Knochenmark ständig neue Erythrozyten produzieren muss. Die Erythrozyten benötigen sieben Tage Entwicklungszeit bis sie ihre Arbeit im Blut aufnehmen können.

Die gestorbenen oder fehlgeformten Erythrozyten werden überwiegend in der Milz abgebaut. Die Milz filtert das gesamte Blut.

Weitere Organe zur Blutbildung sind die Thymusdrüse und die Milz im Kindesalter sowie das Lymphgewebe.
Bei einem Ausfall des Knochenmarks kann die Blutbildung auch in der Leber und der Milz stattfinden (sog. Extramedulläre Hämatopoese).
Die Thymusdrüse (Kinder)

Die Thymusdrüse wird auch als Gehirn der körpereigenen Abwehr oder als Schule der T-Lymphozyten bezeichnet. Überwiegend spielt diese Drüse in der Kindheit eine große Rolle. Im Erwachsenenalter verliert dieses Organ, das hinter dem Brustbein liegt, an Größe und Bedeutung.

Die Thymusdrüse gehört zum lymphatischen System, welches sich über den gesamten Körper verteilt. Es steht im engsten Zusammenhang mit dem Immunsystem und dem Knochenmark.

Im Knochenmark werden die T- und B- Lymphozyten gebildet. Diese Zellen sind Abwehrzellen und zirkulieren im gesamten Blutkreislauf, um körperfremde Erreger zu vernichten.

Um ihrer Aufgabe gerecht zu werden, müssen diese Zellen in der Thymusdrüse jedoch erst einmal lernen zwischen körpereigenen Zellen und fremden Zellen zu unterscheiden. Somit ist die Thymusdrüse ganz wesentlich am Aufbau des Immunsystems beteiligt. Die Thymusdrüse wächst bis zur Pubertät mit. Später nimmt die Thymusdrüse beträchtlich an Masse ab und ihr lymphatisches Gewebe wird durch Fettgewebe ersetzt.
Blutzusammensetzung

Das Blut besteht zur Hälfte aus Blutplasma. Im Plasma sind zahlreiche Stoffe gelöst, z. B. Hormone und andere Botenstoffe sowie Nährstoffe wie Eiweiß, Salze und Zucker. Diese Stoffe gelangen mit dem Blut in alle Regionen des Körpers und versorgen die Organe und das Gewebe.

Die andere Hälfte des Blutes besteht aus Zellen. Der Anteil der Zellen wird durch den Hämatokrit-Wert gemessen. Die Zellen selbst unterteilen sich in drei große Gruppen, den Leukozyten (weiße Blutkörperchen), den Thrombozyten (Blutplättchen) und den Erythrozyten (rote Blutkörperchen).

  • Leukozyten: Sie gehören zum Abwehrsystem des Körpers und schützen diesen vor Infektionen.
  • Thrombozyten: Sie sind an der Blutstillung beteiligt.
  • Erythrozyten: Sie sind für den Transport des Sauerstoff im Körper verantwortlich.

Die Mehrheit der Zellen im Blut bestehen aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Die wichtigste Aufgabe der roten Blutkörperchen ist der Sauerstofftransport in alle Teile des Körpers und der Abtransport des Kohlendioxids aus allen Teilen des Körpers. Für diese Aufgabe ist das Molekül Hämoglobin, welches sich in den Erythrozyten befindet, unverzichtbar. Auch ist es für die rote Farbe des Blutes verantwortlich.

In der Lunge gelangt der Sauerstoff in das Blut. An bestimmten Stellen des Hämoglobins bindet sich der Sauerstoff und wird durch den Körper transportiert. Der Sauerstoff wird dann in Organen oder Gewebe abgegeben und im Austausch nimmt das Hämoglobin das Stoffwechselprodukt Kohlendioxid (CO2) auf. Kohlendioxid wird zurück zur Lunge transportiert und ausgeatmet.
Ursachen Anämien

Auslöser einer Blutarmut kann eine gestörte Bildung der roten Blutkörperchen oder des roten Blutfarbstoffs sein. Auch kommen Nierenerkrankungen oder Blutungen und der Zerfall von Erythrozyten in Frage.

Solange die Werte im Blutbild für Hämoglobin und Erythrozyten im Gleichgewicht sind, liegt kein Verlust zwischen Blutbildung und Blutabbau vor. Kommt es zur Anämie, ist dieses Gleichgewicht gestört. Die Ursache kann dann sowohl in einer gestörten Blutbildung als auch in einem vermehrten Blutabbau liegen und sehr vielseitig sein.

  • Blutbildung im Knochenmark gestört: Ursache für eine Störung kann eine Veränderung der Stammzellen sein, eine Veränderung des Blutbildes durch Krankheiten, ein Mangel an Eisen, Vitamin B12 oder Folsäure, Nierenerkrankungen und fehlender oder nicht ausreichender Botenstoff Erythropoetin (Botenstoff zur Anregung zur Bildung von Blutkörperchen).

  • Zu hoher Abbau oder Verlust von Erythrozyten: Die Ursache hierfür können akute oder chronische Blutungen, eine Vergrößerung der Milz (die Milz ist der Abbauort der roten Blutkörperchen) oder ein verstärkter Zerfall der Erythrozyten (Hämolyse) sein.

  • Andere Ursachen: Bei bestimmten Erbkrankheiten bzw. genetischen Veränderungen kann die Entstehung und Reifung der roten Blutkörperchen im Knochenmark behindert oder vermindert sein. Bei anhaltenden Entzündungen, bei Tumoren, bestimmten Stoffwechselerkrankungen und Infektionen z. B. Tuberkulose oder Malaria (der Erreger der Malaria vermehrt sich in den roten Blutkörperchen und zerstört diese schließlich), kann es zur Blutarmut kommen sowie bei Einnahme bestimmter Medikamente (Chemotherapeutika).

Naturheilkunde bei einer Anämie (Blutarmut)
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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