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Post-Polio-Syndrom – Spätfolgen der Kinderlähmung

Die Viruserkrankung Kinderlähmung (med. Poliomyelitis, kurz Polio) zählt, dank der Einführung der Schluckimpfung in den 60er Jahren, zu den fast vergessenen Krankheiten. Vielen älteren Personen wird noch der Slogan „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam“ bekannt sein, der über viele Jahre zur Impfung aufforderte und mit „grausam“ diese Erkrankung treffend beschrieb. Geimpft wurde damals reihenweise in Schulen oder Gesundheitsämtern. Der Impfstoff wurde auf ein Stück Zucker geträufelt verabreicht. Heute wird der Impfstoff als Sechsfachimpfstoff gegen Polio, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Haemophilus influenzae Typ b und Hepatitis B bereits Säuglingen injiziert.

Damals starben in Deutschland tausende Kinder und Überlebende litten unter Lähmungen, häufig an Armen und Beinen. Polioviren greifen die Nervenzellen im Rückenmark an und zerstören sie, so dass die zugehörigen Muskelfasern nicht mehr steuerbar sind, was zur Folge hat, dass sich die Muskeln nicht mehr bewegen lassen. Betroffenen Kindern stand ein langer Krankheitsweg bevor, häufig mit monatelangem Krankenhausaufenthalt, Gipsbett oder jahrelangem Tragen von Stützkorsetts. Nach einem oft langwierigen Heilungsprozess, bei dem die übrig gebliebenen Nervenzellen nach und nach die Aufgabe der abgestorben Nervenzellen übernahmen, ließen sich die Muskelfasern wieder steuern, so dass eine Beweglichkeit wieder funktionierte. Danach war für viele Betroffene ein normales Leben wieder möglich.

Dass Jahrzehnte später einen diese Krankheit wieder einholen könnte, daran dachte damals wohl kaum jemand.
Inhalt

Das Post-Polio- Syndrom
Post-Polio-Syndrom – Symptome
Post-Polio-Syndrom – Diagnose
Post-Polio-Syndrom – Behandlung
Post-Polio-Syndrom – Vorbeugen
Kinderlähmung
Bild: pixabay website5
Das Post-Polio- Syndrom

Post-Polio-Syndrom bedeutet, dass die Kinderlähmung bei ehemals an Kinderlähmung Erkrankten zurückkehrt, von Ärzten und Betroffenen oft nicht erkennbar, da die Erkrankung schleichend fortschreitet, häufig über viele Jahrzehnte hinweg, und die Symptome auch auf viele andere Erkrankungen deuten könnten. Um einen Zusammenhang zwischen der vor Jahrzenten erlittenen Kinderlähmung und den jetzigen Beschwerden herzustellen, dauert es oft sehr lange und bedeutet für die Betroffenen nicht selten eine regelrechte Arzt-Odyssee
Post-Polio-Syndrom - Symptome

Folgende Symptome könnten auf Spätfolgen einer Kinderlähmung (Poliomyelitis) deuten:

Post-Polio-Syndrom - Diagnose

Bevor die Diagnose Post-Polio-Syndrom gestellt wird, kann es ein langer Weg sein. Viele Ärzte kommen erst gar nicht darauf oder ihnen ist das Post-Polio-Syndrom nicht bekannt. Trotz intensiver Anamnese bleibt auch häufig von Betroffenen unerwähnt, dass sie mal an Kinderlähmung gelitten haben. Die zuvor genannten Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Unbeweglichkeit könnten auch auf viele andere Erkrankungen hindeuten. Hinzu kommt, dass die Patienten meist in einem fortgeschrittenen Alter sind und somit die Beschwerden auf sehr viele ältere Menschen zutreffen. Manchmal ist es dann ein Zufallsbefund, etwa wenn die Person gestürzt ist und ein Krankenhausaufenthalt nötig ist. Tritt dann durch intensive Behandlung und Krankengymnastik keine Besserung ein, forscht man genauer.

Es wäre daher sinnvoll, wenn Ärzte bei ihrer Patientenbefragung insbesondere zu früheren Erkrankungen die Frage auf ihrem Zettel hätten, ob der Patient an Kinderlähmung erkrankt war. Immerhin sind allein in Deutschland 70.000 Menschen davon betroffen.

Doch selbst wenn der Arzt andere ernsthafte Erkrankungen ausschließen kann und die Information vom Patienten über eine frühere Kinderlähmung (Poliomyelitis) hat, gibt es eine 100 Prozent gesicherte Diagnose nicht, da es hierfür keinen spezifischen Test gibt. Ein Hinweis, dass es sich um das Post-Polio-Syndrom handelt, ist das Elektromyogramm (EMG), wobei der Arzt die elektrische Aktivität der Muskulatur misst und anhand der typischen Ausschläge das PPS erkennen kann.

Viele Patienten fühlen sich nicht ernst genommen, da ihre Beschwerden als alterstypisch abgetan werden. Behandlungsmaßnahmen wie Muskeltraining oder falsche Medikamente sind bei dem Post-Polio-Syndrom zudem nicht hilfreich.
Post-Polio-Syndrom - Behandlung

Sprechen alle Symptome dafür, dass die Beschwerden des Patienten auf die Vorerkrankung Kinderlähmung zurückzuführen sind und es sich um das Post-Polio-Syndrom (PPS) handelt, sollte eine gezielte Behandlung einsetzen – so die Hoffnung der Patienten. Doch leider gibt es bis heute keine Therapie, die das Post-Polio-Syndrom direkt bekämpfen und heilen kann. Die jeweiligen Beschwerden zu lindern und somit die Lebensqualität der Patienten zu erhalten, ist hier das oberste Ziel.
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Die Behandlung richtet sich nach den jeweiligen Beschwerden. Zu den schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten zählen Ibuprofen oder Diclofenac. Leidet der Patient unter Kreislaufstörungen aufgrund von Entzündungen der Hirnnerven werden Medikamente eingesetzt, die kreislaufstabilisierend wirken und das Herz stärken. Sind aufgrund des Post-Polio-Syndroms die Atmung und/oder die Atemmuskulatur betroffen, ist unter Umständen eine Beatmungshilfe notwendig. Bei Bewegungseinschränkungen der Beine werden unterstützende Hilfsmittel wie Gehhilfe oder Rollator eingesetzt.

Der Unterschied zu anderen Erkrankungen, die den Bewegungsapparat betreffen, wo zu mehr Bewegung durch Sport, Muskelaufbau usw. geraten wird, gilt für Post-Polio-Syndrom-Patienten Schonung für die Muskeln und jegliche Überanstrengung zu vermeiden. Um den Körper nicht noch zusätzlich zu belasten, sollte man auf eine ausgewogene Ernährung achten und sein Gewicht, wenn nötig, reduzieren.

Sicherlich ist es für Betroffene ein Schock, wenn ihre längst vergessene Krankheit sie erneut einholt, erst recht, wenn sie noch im Beruf stehen und diesen womöglich nicht mehr ausüben können. Wie schnell und ob die Erkrankung fortschreitet und in welchem Umfang ist jedoch nicht zu sagen.
Post-Polio-Syndrom – Vorbeugen

Vorbeugen lässt sich das Post-Polio-Syndrom (PPS) nicht, da es ja die Spätfolge der Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist.

Die Viruserkrankung Kinderlähmung selbst jedoch kann man vorbeugen, in man sich bzw. seine Kinder impfen lässt. Dabei ist zu erwähnen, dass der Begriff „Kinderlähmung“ irreführend ist, denn nicht nur Kinder können davon betroffen sein, sondern auch Erwachsene.

Zwar gilt die Kinderlähmung in Europa seit rund 20 Jahren als ausgerottet, trotzdem sollte man die Gefahr dieser Erkrankung nicht aus den Augen verlieren und keinesfalls eine Impfmüdigkeit aufkommen lassen.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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