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Ursachen von Blutarmut (Anämie)

Krankheiten
Blutbildung ist gestört

Vitamin B12- und Folsäure-Mangel: Ein Mangel an Vitamin B12 und/oder Folsäure kann eine megaloblastäre Anämie (Blutarmut) auslösen. Das bedeutet, dass die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) bei diesen Anämieformen zu groß sind. Diese megaloblastäre Anämien treten am häufigsten bei einem Vitamin B12-Mangel auf.

Folsäure und Vitamin B12 sind notwendig für die Bildung der Bausteine, die das Erbgut der Lebewesen kodieren (DNA). Sollte einer dieser Bausteine fehlen, werden weniger rote Blutkörperchen gebildet, weil die DNA-Herstellung gestört ist. Auf Grund dessen sind die roten Blutkörperchen größer als üblich.

Da die megaloblastäre Anämie mit einer Verminderung des Blutfarbstoffs Hämoglobin verbunden ist, kommt es zu einer Minderversorgung an Sauerstoff im gesamten Körper. Denn mit Hilfe des Hämoglobins in den roten Blutkörperchen wird der Sauerstoff transportiert und Kohlenmonoxid abtransportiert.

Entsteht die Anämie durch einen Vitamin B12-Mangel (perniziöse Anämie), treten neben den typischen Symptomen einer Anämie auch Symptome im Magen und des Nervensystems auf.
Inhalt

Folsäure
Vitamin B12 (Cyanocobalamin)
Anämie durch Chronische Blutungen
Für hohe Eisenverluste können folgende Blutungen verantwortlich sein
Erkrankung der Nieren als Auslöser einer Anämie
Zusätzliche Symptome einer renalen Anämie
Stammzellen und Knochenmarkinfiltration
Andere Ursachen von Anämien
Folsäure
Mangel an Folsäure
Bild: pixabay website5
Folsäure ist vor allem in Hefe, Leber, grünem Blattgemüse, Brokkoli, Spargel, Nüssen, Vollkornbrot und Rote Beete enthalten.

Der tägliche Bedarf beträgt ca. 100 bis 200 µg. Höher liegt der Bedarf jedoch bei einer Schwangerschaft, bei chronischen entzündlichen oder schwerwiegenden Erkrankungen sowie bei einer erhöhten Blutbildungsrate.

Im menschlichen Körper wird die Folsäure über den Dünndarm aufgenommen.
Vitamin B12 (Cyanocobalamin)

Vitamin B12 (Cyanocobalamin) befindet sich vor allem in tierischen Produkten. Insbesondere in Innereien wie Leber , Nieren oder Herz sowie in Fisch, Milch, Eiern und Sauerkraut.

Mikroorganismen, die im Darm vorhanden sind produzieren Vitamin B12. Der Tagesbedarf an Vitamin B12 beträgt unter 1 µg. Das Vitamin kann jedoch nur aufgenommen werden, wenn im Magen der sogenannte intrinsic faktor gebildet wird. Ist diese Bildung des intrinsic faktor nicht ausreichend, wird das Vitamin B12 nicht verdaut und verliert seine Funktion.

Vitamin B12: Intrinsic Factor ist ein spezielles Transportprotein, das für die Aufnahme von Vitamin B12 verantwortlich ist.
Eisenmangel

Eisen befindet sich vor allem in Fleisch, Milch, Eiern sowie in verschiedenen Früchten. Eisen wird am besten vom Körper aufgenommen, wenn auch Vitamin C in ausreichender Menge vorhanden ist.

Vor allem um den Stoffwechsel zu fördern und den Sauerstofftransport von der Lunge in die Zellen sicherzustellen ist Eisen wichtig für den menschlichen Körper. Auch spielt Eisen eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Hämoglobin, dem roten Farbstoff. Ist Hämoglobin nicht ausreichend im Körper vorhanden, kommt es zu einer Unterversorgung von Sauerstoff im gesamten Körper. Der Körper verbraucht täglich Eisen und muss über Nahrung neues Eisen aufnehmen.

Der Bedarf an Eisen errechnet sich durch verschiedene Faktoren. Z. B. durch das Alter. So benötigen Kinder und ältere Menschen meist mehr Eisen, genauso wie Leistungssportler, da sie über das Schwitzen überdurchschnittlich viele Mineralien verlieren. Auch Frauen, aufgrund der Menstruationsblutung haben generell einen höheren Eisenbedarf als Männer.

Der durchschnittliche Eisenbedarf bei Männern liegt bei ca. 1 mg pro Tag. Bei Frauen und Jugendlichen liegt der Bedarf bei 2 bis 3 mg am Tag und bei Schwangeren bei ca. 3 bis 4 mg pro Tag.

Mit Abstand ist der Eisenmangel die häufigste Ursache für eine Blutarmut (Anämie). So ist der Eisenmangel bei etwa 80 % aller Anämien der Auslöser.

Betroffene nehmen einfach nicht genügend Mineralien über die Nahrung auf, besonders in Phasen mit erhöhtem Eisenbedarf. Dazu gehören Schwangere, stillende Mütter und Kinder im Wachstum. Gefährdet sind zudem Vegetarier und Patienten mit Essstörungen.
Anämie durch Chronische Blutungen

Ein Eisenmangel kann auch durch chronische Blutungen verursacht werden. Durch Blutungen geht Eisen mit dem Blut verloren und wird gleichzeitig zur Bildung von neuen Erythrozyten dringend benötigt. Eine weltweite häufige Ursache der Eisenmangelanämie ist der Befall von Parasiten. Insbesondere sei hier der Hakenbandwurm genannt, der aus der Darmwand seines Wirtes Blut saugt. In Deutschland ist dieser Wurm jedoch nicht heimisch, allerdings kann man sich eine Infektion mit diesem Wurm auf eine Fernreise holen.

Seltener entsteht eine Eisenmangelanämie durch eine verminderte Aufnahme des Spurenelements im Darm bei verschiedenen Darmkrankheiten.
Für hohe Eisenverluste können folgende Blutungen verantwortlich sein

Erkrankung der Nieren als Auslöser einer Anämie

Eine nierenbedingte Anämie (Renale) entsteht z. B. wenn Blut über den Harn verlorengeht.
Gesunde Nieren messen den Sauerstoffpartialdruck des Blutes. Fällt dieser Druck ab, wird der Botenstoff Erythropoetin vermehrt ausgeschüttet. Über den Blutstrom gelangt dieser Botenstoff ins Knochenmark und regt dort die Bildung der Erythrozyten an.

Schwere Nierenschäden führen also dazu, dass die Filterorgane nicht mehr ausreichend Erythropoetin herstellen können und die Blutbildung im Knochenmark ist vermindert. Die Folge dieser verminderten Blutbildung im Knochenmark ist eine renale Anämie.

Eine renale Anämie löst dieselben Symptome aus wie eine Anämie mit anderer Ursache. Nur kommen hier noch typische Symptome einer zugrundeliegenden Niereninsuffizienz hinzu. Je nach Schwere der Nierenerkrankung hat die renale Anämie unterschiedliche Folgen. Auch hier ist ein erstes Anzeichen die mangelhafte Sauerstoffversorgung des Körpers und die Patienten haben oft einen Leistungsabfall, verspüren eine allgemeine Schwäche und ermüden rasch. Auch leiden sie an Atemnot.

Wenn die Blutarmut nur leicht ausgeprägt ist, treten die Symptome erst bei körperlicher Anstrengung auf.

Weitere Symptome ist eine blasse Haut und in einigen Fällen eine erhöhte Herzfrequenz.
Zusätzliche Symptome einer renalen Anämie

  • Bluthochdruck
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Sensibilitätsstörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Verwirrtheit
  • Knochenschmerzen
  • Zyklusstörungen
  • Impotenz
  • Juckreiz
  • Wadenkrämpfe
Stammzellen und Knochenmarkinfiltration

Äußerst selten sind Stammzellenerkrankungen für eine Anämie verantwortlich.

Hierzu gehören

  • Aplastische Anämie
  • Das myelodysplastische Syndrom
  • Die paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie
  • Die kongenitale dysplastische Anämie
  • Auch durch wachsende Tumore im Knochenmark kommt es zur Veränderung der Blutbildung sowie bei einer Leukämie oder Lymphomen.
Andere Ursachen von Anämien

Als Ursache einer Anämie kommt auch eine Störung der Entstehung und Reifung der roten Blutkörperchen in Betracht. Zudem können bestimmte Erbkrankheiten bzw. genetische Veränderungen dazu führen, dass die Bildung der Blutzellen gestört ist.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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