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Essstörung – Orthorexia nervosa

Eine immer mehr zu beobachtende Essstörung ist die Orthorexia oder Orthorexia nervosa genannt. Bei dieser Erkrankung haben die Betroffenen eine Besessenheit für eine gesundheitsfördernde Ernährung entwickelt.

Die Häufigkeit der Orthorexia (griechisch orthos = richtig und orexis = Appetit) nimmt laut der Schweizerischen Vereinigung für Ernährung bedenkliche Ausmaße an.

Bei einer gesunden Ernährung setzten die einen auf grüne Smoothies, die anderen auf Clean Eating ohne verarbeitete Lebensmittel, vegane Speisen oder das Low-Carb-Prinzip, hier werden kaum Kohlehydrate gegessen.

Die Frage, „was ist das richtige Essen für mich“ stellen sich viele Menschen, die abnehmen möchten oder aber ihre Figur beibehalten wollen.

Gerade dieser Wunsch nach einer gesunden Ernährung kann zur Besessenheit werden und zur Erkrankung führen. In diesem Fall sprechen die Fachleute dann von Orthorexie.

Friederike Barthels vom Institut für experimentelle Psychologie der Düsseldorfer Universität erklärte, die Störung ist eine Fixierung auf den Verzehr von ausschließlich gesunden Lebensmitteln. Das Problem dabei liegt in der Definition, was gesund ist, da das bei Betroffenen individuell verschieden ist. Es besteht die Gefahr, dass es nicht mehr gesund ist, da sehr extrem einseitig gegessen wird.
Betroffenen eignen sich ihre eigenen spezifischen Essgewohnheiten an. Die Ausarbeitung eines den selbst auferlegten Ernährungsvorschriften folgenden Diätplans nimmt zunehmend Zeit in Anspruch und die Betroffenen müssen ihre Mahlzeiten mehrere Tage im Voraus planen. Sie neigen dazu, beim Ausgehen eine Überlebensration ihrer eigenen Lebensmittel mitzunehmen, da sie aus Furcht vor Fett, Chemikalien oder anderen speziellen Phobien die sonst überall erhältlichen Lebensmittel nicht essen können.

Orthorektiker haben zudem ein hohes Selbstgerechtigkeitsgefühl und fühlen sich anderen überlegen, die sich selbst nicht im gleichen Maße kontrollieren können.

Die Orthorexia wurde erstmals von Dr. Steve Bratman 1997 beschrieben. So beschrieb Dr. Bratman auch, dass, wenn die Essgeschwüre gebrochen werden, der Betroffene ein Verlangen nach einem verbotenem Essen hat, fühlt er sich schuldig und schändlich.

Der Betroffene bestraft sich in der Folge selbst mit immer strikteren Essensregeln oder sogar Abstinenz. Das Verhalten ähnelt dem von Mager- oder Fettsüchtigen. Nur mit dem Unterschied, dass beim Orthorektiker nicht die Menge des Essens im Vordergrund steht, sondern die angenommene Qualität der Lebensmittel.

Patienten mit Orthorexia nervosa können auf Grund ihrer Ernährung Mangelzustände erleiden, weil sie auf Lebensmittel verzichten, sodass es in Folge auch zu lebensbedrohlichem Gewichtsverlust kommen kann, ähnlich wie bei der Anorexie.
Vegane Speisen
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Diagnose, Verlauf und Behandlung
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Diagnose, Verlauf und Behandlung

Ein Arzt oder ein Psychologe stellt seine Diagnose durch ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. Eventuell fallen bei der körperlichen Untersuchung zudem Mangelerscheinungen auf. Da sich die Betroffenen jedoch für besonders gesund halten, besteht meist keine Einsicht erkrankt zu sein.

Im Verlauf einer Orthorexia nervosa kann es zu Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit und Untergewicht kommen. Auch ist auffällig, dass der Betroffene versucht sein soziales Umfeld zu überzeugen, sich ein gesünderes Essverhalten anzugewöhnen. Oft bringen Betroffene von Orthorexia nervosa zu Feierlichkeiten unter bestimmten Vorwänden ihr eigenes Essen mit, da sie nicht mehr in der Lage sind, an einem gemeinsamen Essen teilzunehmen.

Eine Behandlung der Essstörung erfolgt überwiegend ambulant und nur in schweren Fällen, wenn z. B. das Untergewicht lebensbedrohlich ist, erfolgt die Behandlung stationär.

Hat sich der Patient stabilisiert, sollte eine psychologische Behandlung folgen. Während der psychologischen Behandlung wird der Patient ermutigt sich seiner Krankheit zu stellen um anschließend ein normales Essverhalten zu erlernen.

Orthorexie ist derzeit kein anerkanntes Krankheitsbild. Nach Ansicht von Experten hängt sie aber eng zusammen mit der Anorexie, also Magersucht. "In beiden Fällen selektieren Betroffene ihre Ernährung sehr genau und streichen viele Lebensmittel vom Speiseplan", erklärt Psychologin Barthels. "Es sind im Grunde verschiedene Facetten des Weglassens von Nahrung."
Vorbeugung

Vorbeugend zu handeln ist nur bedingt möglich. Jeder der merkt, dass die Beschäftigung mit der Ernährung ein normales Maß überschreitet und sich eventuell auf die Ausübung der täglichen Pflichten auswirkt oder aber zur dauerhaften Vernachlässigung der sozialen Kontakte führt, sollte das persönliche Essverhalten selbstkritisch beurteilen.

Es gilt jedenfalls, je früher einer Orthorexia nervosa entgegengewirkt wird, desto einfacher lässt sie sich letztlich langfristig behandeln.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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