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Liebstöckel – Naturheilkunde

Liebstöckel, das sogenannte Maggikraut, ist in Südwesteuropa beheimatet und wird schon seit Jahrhunderten in mitteleuropäischen Gärten angebaut. Für medizinische Zwecke wird die Wurzel und der Samen der Heilpflanze verwendet.

Mit der bekannten Speisewürze der Firma Maggi hat der Liebstöckel oder Maggikraut nichts zu tun.

Der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet: Levisticum officinale. Die Heilpflanze Liebstöckel gehört zur Pflanzenfamilie der Doldenblütler (Apiaceae).
Liebstöckel – Geschichte
Bild: pixabay website5
Inhalt

Weitere volkstümliche Namen der Pflanze lauten
Liebstöckel – Pflanzenbeschreibung
Liebstöckel – Geschichte
Liebstöckel - Verwendete Pflanzenteile
Liebstöckel – Inhaltsstoffe
Liebstöckel – Heilwirkung
Liebstöckel – Anwendungsbereiche
Liebstöckel – Nebenwirkungen/Kontraindikation
Liebstöckel – Anwendung
Liebstöckel – Teemischung
Liebstöckel – Anwendungsbeispiele
Weitere volkstümliche Namen der Pflanze lauten

Nervenkräutel, Rübestöckel, Luststöckel, Maggikraut, Saukraut, Sauerkrautwurz, Wasserkräutel, Badkraut, Gebärmutterkraut oder Gichtstock.
Liebstöckel – Pflanzenbeschreibung

Heimisch ist der Liebstöckel in ganz Europa. Stammt aber ursprünglich aus den südlichen Ländern. Vermutlich brachten die Römer den Liebstöckel aus Persien mit nach Europa.

Die Heilpflanze bevorzugt sandige und nährstoffreiche Böden. Kommt aber auch mit normalen Böden zurecht.

Hat die mehrjährige Pflanze im Garten erstmal einen Lieblingsplatz gefunden, kommt sie jedes Jahr wieder und wird so groß, dass eine Familie ihren ganzjährigen Liebstöckelbedarf für Küche und Hausapotheke damit decken kann.

Liebstöckel wächst bis zu zwei Meter hoch und bildet dichte knollige Wurzelteile aus. Bezeichnet werden diese Wurzelteile auch als Rhizom. Rhizome sind unterirdische Verlängerungen der Sprossachse und dienen als Überdauerungsorgane, haben aber mit der eigentlichen Wurzel nichts zu tun.

Aus der Wurzel treiben im frühen Frühjahr kraftvolle Triebe heraus. Zuerst sind sie rötlich und später färben sie sich grün. Die Triebkraft der ersten Sprosse ist enorm und die Pflanze wächst sichtbar täglich. Die Stängel erreichen bis zum Sommer eine Höhe von bis zu zwei Metern. Die Blätter der Pflanze sind glatt und weich, sowie grob gesägt und riechen bei Berührung würzig. Die Stängel bilden im Sommer die gelblichen Doldenblüten aus. Im Gegensatz zu den filigranen Blüten des Dills und Fenchels sind die Blüten des Liebstöckels sehr kompakt und kräftig.

Aus den Blüten bilden sich Samen, die man ernten, trocknen und als Heilmittel oder Gewürz benutzen kann.
Liebstöckel – Geschichte

Es wird angenommen, dass die Pflanze bereits in der Antike eine große Bedeutung gespielt hat. Konkrete Beweise lassen sich zwar nicht finden, allerdings wird der Liebstöckel bereits in alten Kräuterbüchern wie der Materia Medica (1. Jahrhundert) und Liber de cultura hortum (8. Jahrhundert) erwähnt.

Die Römer brachten den Liebstöckel aus Persien nach Europa. Dort war er zuerst vor allem in Nordeuropa beliebt und breitete sich erst später über ganz Europa aus.

Schon Dioskurides erwähnte den Liebstöckel. Er beschrieb den Liebstöckel als panakes. Das ist die griechische Bezeichnung für ein Allheilmittel. Er schrieb den Extrakten aus Liebstöckel menstruationsfördernde Eigenschaften zu und empfahl die Wurzel und den Samen des Liebstöckels bei Problemen mit dem Harnapparat.

Plinius nannte es ligusticum und Hildegard von Bingen nannte es lubestuckel. Sie empfahl den Liebstöckel gegen Husten, geschwollene Halsdrüsen und Lungenschmerzen sowie gegen die Wassersucht.
Liebstöckel - Verwendete Pflanzenteile

In der Medizin werden Wurzel und Samen des Liebstöckels für den Harnapparat, Verdauung und weibliche Fortpflanzungsorgane eingesetzt.

Die Wurzel wird im zeitigen Frühjahr oder im Spätherbst und der Samen im Spätsommer gesammelt.
Liebstöckel - Inhaltsstoffe

Liebstöckel hat eine Vielzahl von Inhaltsstoffen. So zum Beispiel:

  • Kampfer
  • Carvon
  • Isovalerinsäure
  • Myristicin
  • Ätherisches Öl
  • Angelikasäure
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Apiol
  • Apfelsäure
  • Harze
Liebstöckel – Heilwirkung

Der Heilpflanze wird folgende Eigenschaften nachgesagt:

  • krampflösend
  • schleimlösend
  • schweißtreibend
  • anregend
  • blutstillend
  • harntreibend
Liebstöckel - Anwendungsbereiche

Für medizinischen Zwecke werden sowohl die Blätter wie auch die Wurzeln und die Samen verwendet; letztere werden insbesondere getrocknet und als Tee aufgebrüht.
Anwenden kann man Extrakte des Liebstöckels zum Beispiel bei:

Liebstöckel – Nebenwirkungen/Kontraindikation

Achtung! Nicht in der Schwangerschaft anwenden, da das enthaltene ätherische Öl zu einem Abbruch der Schwangerschaft führen kann. Menschen, die ein konkretes Nierenleiden haben, sollten Liebstöckel nicht verwenden, da sich das Nierengewebe bei eingeschränkter Nierenfunktion entzünden kann. Das Kraut enthält zudem so genannte Fucocumarine, die mitunter bei üppiger Sonneneinstrahlung Hautreizungen auslösen können.
Liebstöckel - Anwendung

Haupteinsatzgebiet der Liebstöckel-Extrakte sind Verdauungsprobleme. Extrakte stärken den Appetit, wirken Abmagerungen vor und stärken die Verdauungsorgane. Nahrung wird durch Liebstöckel besser verdaut.

Einnehmen kann man die Liebstöckelsamen, die Wurzel oder die Blätter am besten als Tee. Auch kann man Speisen mit Samen oder Blättern würzen.

Der Tee schmeckt eher ungewöhnlich, da er sehr würzig ist.
Liebstöckel - Teemischung

2 Teelöffel Liebstöckelsamen auf ca. 300 ml kochendes Wasser, etwa 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Danach abseihen.

Der Tee wird in kleinen Schlucken getrunken.

Drei Tassen täglich sind die Empfehlung, um die größte Wirkung des Gewächses zu erhalten.
Liebstöckel – Anwendungsbeispiele

  • Bei Problemen im Bereich des Magen und Darms zum Beispiel bei Appetitlosigkeit oder Verstopfung wird entweder ein Tee getrunken oder aber die Blätter gegessen.

  • Bei Blasenentzündung oder Harnwegsinfekten hat sich das Kraut ebenso bewährt. Es wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern auch harntreibend. Vorsicht, wenn Sie unter einer Nierenerkrankung leiden. Dann sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten, ob eine Entwässerungskur mit Liebstöckel empfehlenswert ist.

  • In der Frauenheilkunde haben sich Extrakte des Liebstöckels bei Menstruationsbeschwerden bewährt. Da sich die krampflösenden und anregenden Inhaltsstoffe vom Liebstöckel positiv auf Menstruationsschmerzen auswirken. Schwangere sollten aber auf Liebstöckel-Extrakte verzichten, da die durchblutungsfördernde und entkrampfenden Wirkung der Heilpflanze sich negativ auf die Schwangerschaft auswirken könnte. Jedoch wird der Liebstöckel von einigen Hebammen bei der Geburt eingesetzt. Liebstöckel kann die Geburt erleichtern und fördert die Wehen.

  • Auch Ekzeme und Pickel können mit Tinkturen aus Liebstöckel behandelt werden. Außerdem wird Liebstöckel in der Phytotherapie für die Behandlung von Gicht und Rheuma eingesetzt.

  • Eine Kur mit einem Liebstöckel-Wein (1 EL auf 1/2 Liter Weißwein) soll den Abgang von Nierensteinen und Nierengrieß fördern.

  • Liebstöckel hilft zudem bei fieberfreien Erkältungen, bei Husten oder bei Ohrenschmerzen.
Achtung: Liebstöckel nicht bei Fieber verwenden, da durch Liebstöckel-Extrakte das Fieber verstärkt werden kann.
Bild: pixabay website5
Äußerlich kann man die Wurzel durch Abkochen der Wurzel als Waschung, Bad oder Umschlag gegen Ekzeme, eitrige Wunden und Furunkel verwenden.

Zudem wird dem Liebstöckel nachgesagt, eine Aphrodisiaka-Wirkung zu haben. Seine stärkende und anregende Wirkung spricht dafür, aber vielleicht ist es auch der Name und die Triebkraft des Wuchses, die dem Liebstöckel zu diesem Ruhm verholfen hat.
Küche: Egal ob frisch oder getrocknet, Liebstöckel ist ein Würzkraut, das in jedem Kräuterschränkchen vorhanden sein sollte. Der intensive Geschmack rundet viele Gerichte ab.
Wegen dem kräftigen Aroma wird Liebstöckel als würzendes Kraut in vielen Suppen, Eintöpfen und deftigen Fleischgerichten verwendet. So werden beispielsweise die Samen während der Herstellung von Käse als natürlicher Aromageber hinzugefügt oder wie Kümmel in Brot oder Brötchen verbacken.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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