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Ohrenerkrankungen bei Kindern – Mittelohrentzündung

Unter einer akuten Mittelohrentzündung (Otitis media) leiden häufig Kinder und Kleinkinder. Hierbei steigt meist die Infektion von der Nase über die Ohrtrompete in das Mittelohr auf. Gerade heftiges Schnäuzen führt dazu, dass die Erreger vom Rachen in die Ohrtrompete gepresst werden. Durch die eindringenden Erreger entzündet sich die Paukenschleimhaut und es bildet sich ein eitriges Sekret. Eher selten dringen die Erreger von außen in das Mittelohr, dies ist nur bei einer Verletzung des Trommelfells möglich.

Das Kind, soweit es sich schon ausdrücken kann, klagt über heftige Ohrenschmerzen und Schwerhörigkeit. Begleitsymptome sind Fieber und Kopfschmerzen. Bei kleinen Kindern können noch Nahrungsverweigerungen, Magen-Darm-Beschwerden und Unruhe hinzukommen.

Kommt es, bedingt durch die Entzündung, zu einer spontanen Eröffnung des Trommelfells, läuft Flüssigkeit aus dem Gehörgang (Otorrhoe, Ohrlaufen), wodurch die Schmerzen nachlassen.

In der Schulmedizin werden Mittelohrentzündung mit Schmerzmitteln, abschwellenden Nasentropfen und Antibiotika behandelt. Studien haben jedoch nachgewiesen, dass eine Antibiotika-Behandlung weder die Erkrankung verkürzt noch langfristige Komplikationen wie Hörverlust verhindern kann.

Bei vorgewölbtem Trommelfell verbunden mit sehr starken Schmerzen kann durch einen winzigen Schnitt ins Trommelfell der Paukenerguss abfließen (Parazentese). Eine weitere Möglichkeit ist ein Paukenröhrchen einzulegen, um das eitrige Sekret aus dem Mittelohr abzuleiten.
Mittelohrentzündung
Bild: pixabay website5
Inhalt

Mittelohrentzündung – Paukenröhrchen ja oder nein?
Paukenröhrchen – Risiken und mögliche Komplikationen
Paukenröhrchen – Verhalten nach der Operation
Paukenröhrchen - Entfernung
Mittelohrentzündung (Otitis media) – Behandlung mit Hausmitteln
Mittelohrentzündung (Otitis media) – Behandlung mit Schüssler-Salze
Mittelohrentzündung (Otitis media) – Behandlung mit Homöopathische Mitteln
Mittelohrentzündung – Paukenröhrchen ja oder nein?

Leidet ein Kind immer wieder an einer Mittelohrentzündung und wird begleitend dazu Schwerhörigkeit festgestellt, wird häufig zu einem Einsatz eines Paukenröhrchens (ein dünnes Rohr aus Metall oder Kunststoff) geraten, um ein dauerhaftes Ablaufen des sich hinter dem Trommelfell angesammelten eitrigen Sekrets sowie eine Belüftung zu ermöglichen.

Jedoch ist diese Maßnahme unter den HNO-Ärzten nicht unumstritten. Wenn bei kleinen Kindern die Eustachische Röhre anschwillt (das kann schon bei ungünstigen anatomischen Verhältnissen der Fall sein) wird das Mittelohre schlecht belüftet, was eine Mittelohrentzündung begünstigt. Jeder Schnupfen kann dann schon zu einer Mittelohrentzündung führen. Hier sollten zunächst abschwellende Nasentropfen zum Einsatz kommen, um dass das Mittelohr belüftet wird. Von Nasenspray ist abzuraten, da das Spray die Eustachische Röhre erst gar nicht nicht erreicht.
Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln belegt außerdem in einer Studie, dass sich das Hörvermögen nur in den ersten sechs Monaten nach dem Eingriff verbessert. Danach war kaum ein Unterschied zwischen Kindern mit und ohne Röhrchen beim Hörtest feststellbar.

Eltern sollten sich genau über den Einsatz eines Paukenröhrchens informieren und das Für und Wider abwägen. Nicht immer ist das Röhrchen die beste Wahl. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und birgt wie jede OP Risiken. Und je kleiner und leichter das Kind ist, desto höher ist die Belastung.
Paukenröhrchen – Risiken und mögliche Komplikationen

  • Abstoßreaktion: Das Röhrchen kann sich in den Gehörgang abstoßen und ein neues Paukenröhrchen müsste eingesetzt werden.

  • Infektion: Die Wunde kann sich nach dem chirurgischen Eingriff infizieren und zu einer akuten Mittelohrentzündung führen, die dann mit Antibiotika behandelt werden muss.

  • Perforation des Trommelfells: Die gesetzte Öffnung heilt nicht zu. Das kommt zwar sehr selten vor, jedoch muss in diesem Fall nach sechs Monaten das Trommelfell wieder operativ unter Vollnarkose verschlossen werden.

  • Temporärer Schwindel: Unmittelbar nach der Operation kann es zu Schwindelerscheinungen kommen, eine Folge der Betäubung und nur vorübergehender Natur.

  • Gesichtsnervenlähmung: Sehr selten kommt es zu einer Gesichtsnervenlähmung, auch als Folge der Betäubung und auch wie der Schwindel von vorübergehender Natur.

  • Hörminderung: Sehr selten kann es während der Operation zu einer Verletzung der Gehörknöchel kommen, besonders bei einem engen Gehörgang. Die Folge wäre eine Hörminderung bis hin zur Taubheit.
Paukenröhrchen – Verhalten nach der Operation

Nach Einsetzen des Paukenröhrchens besteht eine offene Verbindung zwischen dem Gehörgang und Mittelohr. Beim Duschen oder Baden können Wasser, Shampoo und auch Bakterien über den Gehörgang in das Mittelohr gelangen und eine Entzündung verursachen. Es kommt zu Ohrenschmerzen und Sekret fließt aus dem Gehörgang. In dem Fall muss sofort ein Arzt konsultiert werden.

Auch Tauchen ist strengstens untersagt, da bei Wassereintritt in den Gehörgang, gerade bei kaltem Wasser, ein Schwindel ausgelöst wird, der beim Taucher zu Orientierungslosigkeit unter Wasser führt und somit lebensbedrohlich sein kann.

Das Ohr muss, solange das Röhrchen im Trommelfell sitzt, vor Wasser geschützt werden. Dafür gibt es speziell angepasste Silikonstöpsel oder Spezialwatte.
Paukenröhrchen - Entfernung

Bei Kindern werden die Paukenröhrchen ca. 6 – 12 Monate nach dem Einsetzen spontan in den Gehörgang abgestoßen. Nur wenn das nicht passiert, muss der Arzt das Röhrchen entfernen.
Mittelohrentzündung (Otitis media) – Behandlung mit Hausmitteln

  • Nasenspülungen mit Kochsalzlösung
  • Warmes Olivenöl ins Ohr träufeln (Achtung: nicht bei laufenden Ohren, d.h. bei perforiertem Trommelfell!)
  • Meersalz-Nasentropfen oder andere abschwellende Nasentropfen
  • Starkes Schnäuzen vermeiden, Erreger werden dadurch ins Mittelohr gepresst!
  • Babys und Kleinkinder, die immer wieder unter einer Mittelohrentzündung leiden, sollten nicht im Liegen mit der Flasche ernährt werden, weil dadurch das Bakterienwachstum in der Eustachischen Röhre begünstigt wird.
  • Bei Kindern sollte man, zumindest zeitweilig, auf Milchprodukte verzichten. Als Alternative kann man Ziegenmilch, Sojamilch oder Reismilch anbieten.
  • Tropfenwickel-Fertigpräparat: (Quarkpack) auf den Warzenfortsatz hinter dem Ohr auflegen.
  • Einen Tropfen japanisches Heilpflanzenöl auf Watte geben und ins Ohr stecken.
  • Wärmebehandlung durch Rotlichtlampe.
  • Schleimlösende Mittel, Schnupfenmittel.
  • Indianische Ohrenkerzen (pflanzlich hergestellte Röhren, die angezündet werden und über den Gehöreingang gehalten werden und langsam abglimmen, z.B. von Biosun): hilft gegen die Schmerzen und beruhigt die angespannten Nerven.
  • Kleingeschnittene Zwiebel in ein Gazesäckchen geben und etwa 2 Minuten in kochendes Wasser tauchen. Nach dem Abkühlen auf ca. 40 °C auf das schmerzende Ohr legen. Anschließend mit einem Tuch fixieren. Die Zwiebel ist ein altbewährtes Mittel gegen Ohrenschmerzen und -entzündungen.
Mittelohrentzündung (Otitis media)
Bild: website5
Teemischung

20 g Epimedium Herba, 25 g Kamille, 25 g Spitzwegerich, 25 g Hagebutten und 25 g Pfefferminze mischen. 1 EL der Mischung mit ¼ l kochendem Wasser aufbrühen, 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Tagsüber trinken.
Mittelohrentzündung (Otitis media) – Behandlung mit Schüssler-Salze

Nr.3 Ferrum phosphoricum und Nr. 4 Kalium chloratum: bei akuter Entzündung.

Nr. 6 Kalium sulfuricum: bei eitrigem Sekret aus dem Ohr.

Nr. 2 Calcium phosphoricum und Nr.11 Silicea: Bei Neigung zu wiederkehrenden Ohrenentzündungen.
Mittelohrentzündung (Otitis media) – Behandlung mit Homöopathische Mitteln

Homöopathische Mittel können innerhalb kurzer Zeit zu einer Verbesserung der Beschwerden führen. Das passende homöopathische Mittel muss entsprechend der Symptomatik ausgewählt werden. Aber: Bei Fieberanstieg, Schläfrigkeit, Kopf- und Nackenschmerzen ist unbedingt eine Untersuchung durch den Facharzt erforderlich, um eine Meningitis (Hirnhautentzündung) auszuschließen!

Aconitum napellus (Eisenhut): Plötzlich auftretende heftige Ohrenschmerzen, besonders linksseitig. Unruhe und Angst. Ständig durstig. Heiße, trockene Haut und hohes Fieber. Ursache meist Zugluft oder kalter trockener Wind. Schmerzen verschlimmern sich in der Nacht. Verbesserung bei Schwitzen. Der Eisenhut ist ein wirksames Mittel bei Erkältungen aller Art.

Belladonna (Schwarze Tollkirsche): Plötzlich einsetzende klopfende, unerträgliche Ohrenschmerzen eher rechtsseitig. Die Ohrmuschel ist gerötet, das Gesicht heiß und rot und die Pupillen sind erweitert. Die Augen sind glasig, die Hände und Füße kalt. Kein Durst, obwohl Mund und Hals trocken sind, Fieber mit innerer Unruhe. Ursache meist Zugluft und feuchte Kälte. Schmerzen verschlimmern sich in den Nachmittags- und Abendstunden und nachts. Schmerzen bei Berührung. Warme Anwendungen verschaffen Linderung. Die Tollkirsche ist das klassische Mittel bei Fieber und wirkt entzündungshemmend.

Chamomilla (Kamille): Bei starken Ohrenschmerzen. Unleidliches und unruhiges Gemüt. Eine Wange ist rot, die andere ist blass. Verursacht durch Ärger. Die Ohrenschmerzen werden schlimmer durch Berührung und schlimmer durch Wind. Kamille wird gern eingesetzt bei Kindern, die aufgrund von Ohrenschmerzen sehr quengelig und unleidlich sind. Das Mittel hat eine beruhigende Wirkung.

Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat): Bei beginnenden Ohrenschmerzen mit hohem Fieber. Blasses oder gerötetes Gesicht. Kalte Anwendungen bessern die Beschwerden. Nachts verschlimmern sich die Beschwerden. Ferrum phosphoricum zeigt gute Wirkung bei allen Erkältungskrankheiten.

Mercurius solubilis (Quecksilber): Bei zunächst normalem Schnupfenverlauf, dann aber dicke Absonderungen, die zur Mittelohrenzündung führen. Nachts verschlimmern sich die Beschwerden. Kalte Anwendungen bringen Linderung. Weiß belegte Zunge, übler Mundgeruch, übermäßiger Speichelfluss und starke Schweißbildung. Eitriges Sekret aus dem Ohr. Mercurius solubilis wirkt entzündungshemmend.

Pulsatilla pratensis (Küchenschelle): Bei Mittelohrentzündung, der eine Erkältung vorausgeht. Schmerzhaftes Gefühl, als wolle das Ohr bersten. Kinder sind sehr weinerlich und anhänglich und brauchen viel Trost, die Stimmung ist wechselhaft. Kein Durst. Das Hörvermögen ist beeinträchtigt. Kühle Anwendungen und frische Luft bessern die Beschwerden. Die Schmerzen verschlimmern sich nachts und bei Hitze.
Pulsatilla pratensis ist das Mittel, das am häufigsten bei akuter und chronischer Mittelohrentzündung eingesetzt wird.

Silicea (Kieselerde): bei Chronischer Mittelohrentzündung (seröse Otitis), die zu chronischen Schmerzen und Gehörverlust führt. Verstopfte Ohren mit einem knackenden Geräusch beim Gähnen oder Schlucken. Ohrsekret riecht nach Käse. Die Ohren müssen vor Kälte und Zugluft geschützt werden. Die Kieselerde eignet sich besonders für ruhige, schlanke und zerbrechlich wirkenden Kindern mit Neigung zu häufigen Erkältungserkrankungen.

Eine homöopathische Behandlung sollte aber grundsätzlich mit einem erfahrenen Heilpraktiker besprochen werden, der die entsprechenden Mittel je nach Ursache verordnen wird und den Verlauf beobachten sollte.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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