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Erkrankungen der Nieren

Krankheiten
Erkrankungen der Niere können sich plötzlich oder über einen längeren Zeitraum entwickeln. Der medizinische Fachausdruck für Erkrankungen der Nieren nennt sich Nephropathie.

Die Nieren reinigen das Blut und beeinflussen viele Körperfunktionen. Sie sind lebenswichtige Organe. Verschieden Erkrankungen haben zur Folge, dass die Nieren schlechter arbeiten. Dazu gehört zum Beispiel ein Diabetes melitus, Bluthochdruck, Immunerkrankungen, angeborene Erkrankungen (z.B. Zystennieren), Urinabflussstörungen, Medikamente/Drogen und andere.

Eine chronische Nierenerkrankung entwickelt sich durch verschiedene Ursachen, so zum Beispiel durch eine andauernde oder sich wiederholende Nierenentzündung. Die Nieren werden dadurch dauerhaft geschädigt.

Von einer chronischen Nierenerkrankung spricht man dann, wenn die Nieren über einen Zeitraum von über drei Monaten nur noch eingeschränkt arbeiten oder dauerhaft geschädigt sind. Bei Betroffenen ist die häufigste Ursache ein Diabetes mellitus und der Bluthochdruck.

Typische Symptome einer Nierenerkrankung sind Schmerzen in den Körperflanken, wie sie zum Beispiel bei einer Nierenbeckenentzündung oder Harnleitersteinen vorkommen. Kommt es zu Schmerzen im Unterleib, deutet das meist auf eine Blasenentzündung hin. Schmerzen beim Urinieren und Treppensteigen sind ebenso charakteristisch. Zudem kommt es meist zu einem erhöhten Harndrang, Fieber, Blutdruckanstieg, Blut im Urin und Wasseransammlungen im Gewebe.

Das tückische an einer Nierenerkrankung ist, dass die schleichende Schädigung bis hin zum Versagen der Nierenfunktion sich über Monate bis Jahre hinziehen kann. Über die Zeit hinweg verlieren die Nieren immer mehr die Fähigkeit den Körper über den Urin zu entgiften.

Folgen davon sind dann die Zunahme von Abfallprodukten des Stoffwechsels im Blut und Störungen im Säure-Basen-Haushalt. Die meisten Betroffenen klagen dann über Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Leistungsschwäche.
Erkrankungen der Niere
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Gerade ältere Menschen entwickeln häufig eine chronische Nierenerkrankung, da sie das Nachlassen der Nierenfunktion am Anfang nicht bemerken, da sie keine Beschwerden haben.

Eine Behandlung/Therapie zielt bei einer Nierenerkrankung darauf ab, eine weitere Schädigung der Nieren zu stoppen bzw. zu verzögern. Dazu kommen die Folgen wie zum Beispiel einer Blutarmut (Anämie), Übersäuerung oder Veränderungen des Knochenstoffwechsels zu behandeln. Kommt es zu einem vollständigen Versagen der Nieren ermöglicht eine Dialyse oder eine Transplantation einer Spenderniere das Weiterleben.

Eine Erkrankung der Nieren wird durch zwei Verfahren festgestellt, dem Urintest und dem Bluttest.

Vermutet der Arzt eine Nierenstörung, wird er diese zwei Verfahren einsetzen.

Den Urintest zur Messung der Konzentration eines Eiweißes, des Albumins und den Bluttest zur Bestimmung des Kreatinins (Blutparameter).

Die Kreatinin-Clearance, das ist die Ausscheidungsrate des Stoffwechselproduktes Kreatinin. Sie ist vor allem zur Beurteilung der Nierenfunktion wichtig.

Mit der Kreatinin-Clearance wird berechnet, wie schnell die Nieren harnpflichtige Substanzen – am Beispiel von Kreatinin – ausscheiden können. Harnpflichtige Substanzen sind alle Stoffe, die der Körper über den Urin ausscheiden muss. Dadurch lässt sich, durch die Clearance Filtrationsrate der Nierenglomeruli abschätzen (glomeruläre Filtrationsrate, GFR).

Die Kreatinin-Clearance Messwerte lassen sich im Urin und Blut messen. Dabei wird der Urin für die Messung über mehrere Stunden gesammelt. Die höchste Aussagekraft hat dabei ein Sammelurin über 24 Stunden.

Bei dem Bluttest lässt sich die Kreatinin-Clearance aus dem Kreatinin-Wert des Blutplasmas berechnen. Dies geschieht nach der Formel Cockcroft und Gault. Diese Messung ist die genauere, da sie auch das Alter und Körpergewicht des Betroffenen berücksichtigt.

Ermittlung der Nierenfunktionsfähigkeit durch GFR und Clearance
Die GFR (glomeruläre Filtrationsrate) ist für die Abschätzung der Nierenfunktion die wichtigste Größe. Für detailliertere Bewertungen werden verschiedene bildgebende Verfahren angewandt, am häufigsten Ultraschall (Sonografie).
Inhalt

Die häufigsten Nierenerkrankungen
Diabetische Nephropathie
Glomerulonephritis - Erkrankungen der Nieren
Vaskuläre Nephropathie - Erkrankung der Nieren
Interstitielle Nephritis
Zystennieren - Nierenerkrankung
Weitere Themen

Die häufigsten Nierenerkrankungen

Über zwei Millionen Menschen sind in Deutschland an einer Funktionsstörung der Nieren erkrankt. Die meisten Betroffenen sind älter als 60 Jahre.

Jedes Jahr müssen ca. 90.000 Menschen zu einer Dialyse, da ihre Nieren nicht mehr ausreichend arbeiten. Zudem werden jährlich mehr als 2.000 Spendernieren transplantiert. Somit machen die Nierentransplantationen über die Hälfte aller Organtransplantationen in Deutschland aus. An den Folgen einer chronischen Nierenerkrankung sterben ca. 10.000 Menschen jährlich in Deutschland.

Jeder gesunde Mensch hat von Geburt an zwei Nieren. Nieren übernehmen im Körper wichtige Aufgaben, so zum Beispiel die Ausscheidung von Stoffwechselendprodukten und Giftstoffen über den Urin. Auch regulieren sie den Wasser- und Elektrolythaushalt und stellen lebenswichtige Hormone her. Obwohl die Nieren paarweise angelegt sind, kann man auch ohne Beschwerden mit nur einer Niere leben.

Nierenerkrankungen gehören zum medizinischen Fachgebiet der Nephrologie.

Die Nieren gehören zum ableitenden Harnsystem. Dazu gehören die Nieren, die Harnleiter, die Harnblase und die Harnröhre. Die Nieren haben die Funktion, Stoffwechselabbauprodukte sowie Wasser aus dem Blutkreislauf herauszufiltrieren. Der dadurch gebildete Urin wird über die Harnleiter in die Harnblase geleitet.

Schwere Erkrankungen der Nieren, wie zum Beispiel ein akutes Nierenversagen oder chronische Niereninsuffizienz kommen verhältnismäßig selten vor. Häufiger betroffen ist der Mensch von Blasen- oder Harnwegsinfektionen.

Die häufigsten Nierenerkrankungen sind

  • Diabetes Typ I (23 %) und Typ II (4 %)
  • Glomerulonephritis (20 %)
  • Vaskuläre Nephropathie (15 %)
  • Interstitielle Nephritis (13 %)
  • Unbekannte Genese (10 %)
  • Zystennieren (7 %)
  • Systemerkrankungen (3 %)
  • Verschiedene (5 %)
Nieren sind paarweise angelegt
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Nierenerkrankung - Diabetische Nephropathie
Entzündlichen Erkrankungen der Nieren
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Diabetische Nephropathie

Als eine der häufigsten Folgeerkrankungen von Nierenschäden gilt der Diabetes. Das betrifft beide Diabetes, Typ 1 und 2. Die diabetische Nephropathie ist kein klar definiertes Krankheitsbild, sondern die Summe unterschiedlichster Veränderungen, die im Gefolge der diabetischen Stoffwechsellage in den Nieren entstehen können. Dazu gehören zum Beispiel Gefäßveränderungen, Entzündungen und Erkrankungen des Filterapparates der Nieren. Fast 40 % der Betroffenen mit Diabetes sind davon betroffen. Durch einen dauerhaften hohen Blutzucker werden im Laufe der Zeit die Blutgefäße im Körper geschädigt. Ein erstes Anzeichen einer Nephropathie ist der Verlust von Albumin, einer Eiweißart.

Ein Arzt kann das Eiweiß im Labor anhand einer Morgenurinprobe nachweisen. Liegt der dabei bestimmte Albumin-Kreatinin-Quotient bei Frauen über 30 mg Albumin/g Kreatinin, bei Männern über 20 mg Albumin/g Kreatinin, besteht der Verdacht auf eine Albuminurie und damit auf einen Nierenschaden.

Da die Albuminwerte natürlichen Schwankungen unterliegen, muss der Test ein zweites Mal durchgeführt werden, um den ersten Test zu bestätigen. Findet sich in diesem jedoch keine erhöhte Konzentration ist ein dritter Test notwendig.

Ist der Verdacht auf einen Nierenschaden durch zwei Tests bestätigt worden, kann der Arzt weitere Maßnahmen einleiten, um eine genauere Diagnostik zu bekommen.

Wird die Nephropathie zu spät erkannt oder nicht behandelt, stellen die Nieren irgendwann ihren Dienst ein. Es kommt zuerst zu einer Niereninsuffizienz und in einem späteren Stadium der Erkrankung hilft nur noch eine lebenslange regelmäßige Dialyse (Blutwäsche). Oder man hat das Glück eine Spenderniere zu bekommen.

Diabetiker sollten deshalb einmal jährlich ihre Albuminwerte prüfen lassen, bei Typ-1-Diabetes ab dem fünften Erkrankungsjahr.

Diese Erkrankung kommt häufig vor, da diabetesbedingte Nierenschäden bereits im frühen Stadium eines Diabetes auftreten, es aber zu keinen Beschwerden kommt.

Beschwerden zeigen sich erst sehr spät durch Wassereinlagerungen in den Beinen oder nachlassender Leistungsfähigkeit. Dann sind die Nieren aber schon stark geschädigt.

Durch eine eingeschränkte Ausscheidungsleistung der Nieren kommt es zu den Wasseransammlungen (Ödeme) in den Beinen. Durch eine Überwässerung kann es zu einem Lungenödem kommen und zu starker Atemnot. Zudem misslingt die Regulation des Blutdrucks und es kommt zusätzlich zum Bluthochdruck.

Die diabetische Nephropathie tritt meistens erst 10 bis 15 Jahre nach dem Beginn der Zuckerkrankheit auf.

Wichtig: Sollten deutliche Hinweise auf eine Nierenerkrankung vorliegen, sollten Betroffene sich gründlich untersuchen lassen. Da, gerade bei einer Nierenerkrankung, sich viele Ursachen dahinter verbergen können. Gerade bei der diabetischen Nephropathie sind häufig auch Gefäße in anderen Bereichen betroffen. Es können somit auch noch andere Folgeerkrankungen vorliegen. Zum Beispiel sind häufig die Augen mitbetroffen oder aber das Herz, Gefäße und Beine. Es sollte also immer alles überprüft werden.

So ist eine rechtzeitige Behandlung mit ACE-Hemmer oder AT1-Blocker sehr wichtig. Welches Medikament der Arzt verschreibt, hängt von den individuellen Faktoren des einzelnen Patienten ab.

AT1-Blocker oder einfach Sartane heben die Wirkung des blutdrucksteigernden Hormons Angiotensin II auf, indem sie die Bindungsstellen (Rezeptoren) des Hormons vom Subtyp I an den Blutgefäßen und in der Niere besetzen.

ACE-Hemmer werden hauptsächlich bei der Therapie des Bluthochdruckes (arterielle Hypertonie) und der chronischen Herzinsuffizienz verschrieben.

Durch die Medikamente sollen weitere Schäden an den Gefäßen verhindert werden. Zudem ist es wichtig, Blutzucker, Blutdruck und Blutfettwerte optimal einzustellen.
Glomerulonephritis - Erkrankungen der Nieren

Unter den Namen Glomerulonephritis wird eine Gruppe von entzündlichen Erkrankungen der Nieren zusammengefasst. Betroffen sind die Nierenfilterchen (Glomerula). Die häufigste Form der Glomerulonephritis ist die sogenannte IgA-Nephropatie.
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Die Glomerulonephritis (Nierenkörperchenentzündung) ist eine schwere, akute oder chronische Entzündung der Nierenkörperchen beider Nieren. Oftmals ist der Auslöser für diese Erkrankung unbekannt. Man weiß zum Beispiel, dass eine Glomerulonephritis die Spätfolge einer bakteriellen Entzündung wie Scharlach oder Mittelohrentzündung sein kann und manchmal ist sie Bestandteil einer schweren rheumatologischen Erkrankung. Sind Kinder betroffen, haben sie eine gute Heilungschance. Beim erwachsenen Patienten bleiben bei der Hälfte der Betroffenen Nierenschäden zurück. Diese sind dann für ein Leben lang.

Namenserklärung: Glomerulum bezieht sich auf die Glomerula der Niere, kleine Kapillarknäuele, in denen die Harnproduktion stattfindet.

Nephritis (von griech. Nephros=Niere) steht für eine Entzündung der Niere.
Die Erkrankung ist eine der häufigsten Ursache für das chronische Nierenversagen, so dass der Patient dialysepflichtig wird.

In der Medizin wird die Glomerulonephritis in die sekundäre und primäre Glomerulonephritis unterschieden.

So werden die sekundären Glomerulonephritiden von Erkrankungen außerhalb der Nieren verursacht. Das können zum Beispiel Infektionen, Vergiftungen oder Medikamente usw. sein. Bei der primären Glomerulonephritis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, deren Ursachen noch weitgehend unbekannt sind.

Wenn ein Arzt eine Autoimmunerkrankung als Ursache für die Glomerulonephritis vermutet, wird das Blut auf Antikörper untersucht, die sich gegen körpereigenes Gewebe (sogenannte Autoantikörper) richten sowie Tests zur Beurteilung das Komplementsystems, ein System aus Eiweißen, das dem Immunsystem zuzuordnen ist, durchgeführt.

Kommt es zu einer Entzündung, kann das innerhalb kürzester Zeit zu einem Verlust sämtlicher Nierenfunktionen führen.

In wenigen Fällen verläuft die Krankheit langsam, manchmal über Jahre hinweg. Ist die Entzündung chronisch, verursacht das die sogenannte Schrumpfniere.
Eine Glomerulonephritis wird über einen Bluttest, einen Urintest und einer Nierenbiopsie diagnostiziert.

Bei bestimmten Symptomen muss der Arzt an eine Glomerulonephritis denken. So zum Beispiel bei Blut im Urin ohne begleitende Schmerzen beim Wasserlassen, stark reduzierte Urinmenge, plötzliche Gewichtszunahme mit Schwellungen in den Gliedmaßen oder im Gesicht, neu aufgetretener Bluthochdruck.

Liegen diese Symptome vor, folgt eine Laboruntersuchung des Blutes und des Urins. Wobei die Urinuntersuchung mit Teststreifen und Mikroskopie im Vordergrund steht. Bei diesen beiden Untersuchungen kann ein nephritisches und nephrotisches Syndrom nachgewiesen werden. Im Blut lassen sich die Funktion der Nieren und Entzündungswerte prüfen und der Gehalt an Eiweiß und Fetten messen.

Des Weiteren erfolgt eine Ultraschalluntersuchung der Nieren. Erhärtet sich nun nach dem Ultraschall, der Laboruntersuchung des Blutes und des Urins der Verdacht auf eine Glomerulonephritis, erfolgt eine Nierenbiopsie. Dabei wird mit einer dünnen Kanüle unter Narkose ein kleines Gewebestück aus der Niere entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Die Biopsie ist der einzige Weg eine 100 % Diagnose zu erhalten. Ist die Diagnose gestellt, wird die richtige Therapie eingeleitet.

Im Frühstadium ist eine Nierenbiopsie die zuverlässigste Methode, um eine chronische Glomerulonephritis von anderen Nierenerkrankungen zu unterscheiden. Ist die Glomerulonephritis schon in einem späteren Stadium, wird häufig keine Biopsie mehr durchgeführt, da in diesen Fällen die Nieren schon geschrumpft und vernarbt sind. In diesem Fall erhält man meist auch keine spezifischen Informationen mehr, warum es zur Erkrankung kam.

Der Arzt kann davon ausgehen, dass eine geschrumpfte und vernarbte Niere durch eine über einen längeren Zeitraum eingeschränkte Nierenfunktion verursacht wurde. Die Nieren erscheinen dann bei der bildgebenden Diagnostik ungewöhnlich klein.

Eine Glomerulonephritis muss nicht in jedem Fall therapiert werden. Kommt es zu Blut im Urin oder es besteht ein kleiner Eiweißverlust über den Harn und das ist das einzige Symptom, können schon regelmäßige Kontrollen ausreichen.

Sind Beschwerden vorhanden, wie zum Beispiel Überwässerung, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette oder der Verlust großer Mengen von Eiweiß über die Nieren, können diese Beschwerden mit Medikamenten behandelt werden. Zusätzlich sollte man auf eine salzarme Kost zurückgreifen, um den Blutdruck zu senken.

Je nach Schwere der Erkrankung können jedoch auch Medikamente notwendig werden, die die Wirkung des Immunsystems abschwächen.

Nur sehr wenige Fälle von Glomerulonephritis verlaufen sehr schwer und können zum Nierenversagen führen.

Eingesetzt wird dann häufig ein Filterverfahren des Blutes (Plasmapharese), um in wiederholten Sitzungen die Bestandteile des Immunsystems im Blut herauszufiltern, die für den Schaden in den Nieren verantwortlich sind.

Sollte auch dadurch keine Besserung eintreten, kommt es zum Nierenversagen. Dann stehen als Therapie nur noch die Dialyse und eine Nierentransplantation zur Verfügung.

Glomerulonephritis – Prognose

Die am häufigste vorkommende Glomerulonephritis hat bei Erwachsenen und Kindern eine gute Heilungsprognose.

Durch eine frühzeitig richtig eingesetzte Therapie kann ein Nierenversagen abgewendet werden.

Nur lassen sich manche Ursachen wesentlich weniger gut therapieren, was in jedem Fall regelmäßige Kontrollen und konsequente, gegebenenfalls medikamentöse Blutdruckeinstellung erforderlich macht. Das ist wichtig, um die Entwicklung eines schleichenden Nierenversagens und Komplikationen für das Herz-Kreislau-System zu verzögern oder besser zu verhindern.
Vaskuläre Nephropathie - Erkrankung der Nieren

Als vaskuläre Nephropathie bezeichnet man eine Erkrankung der Nieren, die durch einen veränderten Blutfluss entsteht. Hiervon können sowohl die großen (ein- oder beidseitig) wie auch die kleinen Nierengefäße (beidseitig) betroffen sein.

Nieren und Blutdruck hängen eng zusammen. So kann eine Nierenerkrankung sowohl Ursache als auch Folge eines Bluthochdrucks sein.

Wird also eine Nierenschädigung durch einen Bluthochdruck verursacht, so nennt der Mediziner das „vaskuläre Nephropathie“.

Bluthochdruck ist ein bedeutender Risikofaktor für Herz-, Gefäßerkrankungen, Nieren- und Augenerkrankungen. Da Bluthochdruck lange Zeit keine Beschwerden verursacht, wird die Erkrankung meist erst spät entdeckt. Knapp die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland gehen auf das Konto von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die meisten Nierenkrankheiten, die die Nierenfunktion beeinträchtigen, führen auch zu Bluthochdruck, was wieder die Nieren schädigt. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist eine genaue Blutdruckeinstellung erforderlich und regelmäßige Kontrollen durch den Arzt unabdingbar.
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 Zystennierenerkrankungen
Interstitielle Nephritis

Als Interstitielle Nephritis wird eine Entzündung der Nieren bezeichnet, die sich im Gewebe zwischen Glomeruli (Nierenkörperchen) und Tubuli (Röhrchen) befinden. Unterschieden wird zwischen Entzündungen bakteriellen und nichtbakteriellen (abakteriellen) Ursprungs sowie akute und chronische Erkrankungen.
Zystennieren - Nierenerkrankung

Es gibt viele Arten von Zystennierenerkrankungen. Die häufigste vorkommende ist die ADPKD (engl. autosomal dominante polyzystische Nierenerkrankung). Zudem gibt es noch die viel seltener auftretende ARPKD (autosomal rezessive polyzystische Nierenerkrankung).

In Deutschland gibt es mehr Menschen mit Zystennieren als die Anzahl derjenigen mit Mukoviszidose, Muskeldystrophie, Hämophilie, Down Syndrom, Sichelzellenanämie und Huntington Krankheit zusammen!

All diesen Erkrankungen ist eins gemeinsam, sie haben genetisch bedingte Ursachen. Diese Erkrankung gilt als häufigste auftretende Erbkrankheit überhaupt. So tritt sie bei rund 500 Einwohnern einmal auf.

Die ADPKD betrifft neben den Nieren auch noch andere Organe. Bei den meisten Betroffenen bilden sich auch Zysten in der Leber oder seltener in der Bauchspeicheldrüse. Bei vier bis zehn Prozent der Betroffenen finden sich zusätzlich Aneurysmen, also Gefäßerweiterungen an bestimmten Gehirngefäßen. Außerdem können Veränderungen an den Herzklappen vorhanden sein sowie Ausstülpungen an der Wand des Dickdarmes (sogenannte Divertikel).

Im Gegensatz zu einzelnen Nierenzysten, die einen harmlosen Zufallsbefund darstellen, sind Zystennieren eine ernste Erkrankung.

Die Nierenzyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum in der Niere. Überwiegend verursachen sie keine Beschwerden und sind harmlos.

Es gibt aber Krankheiten, bei denen sich zahlreiche Zysten an einer Niere oder an beiden Nieren bilden, die sogenannten polyzystische Nierenleiden (Nephropathien), auch Zystennieren genannt.

Zu erkennen sind Zystennieren an einer massiven Größenzunahme der Nieren und manchmal auch an der Leber durch flüssigkeitsgefüllte Hohlräume.

Die Zysten entstehen meist durch Veränderungen in den Erbanlagen (Genen).

Die Angaben über die Häufigkeit dieser Genveränderungen schwanken zwischen einen bis fünf Betroffenen bei 2.000 Menschen. Ca. 10 % der Menschen, die eine Dialyse bekommen, leiden an ADPKD.

Für diese Erkrankung der Nieren ist eine ursächliche Therapie noch nicht möglich.

Versucht wird hier eine optimale Behandlung eines bestehenden Bluthochdrucks durchzuführen, da hohe Blutdruckwerte die Nieren schädigen. Wird eine Senkung des Bluthochdrucks nicht erreicht, wird die Schädigung der Nieren weiter beschleunigt. Des Weiteren ist eine Behandlung von vorhandenen Harnwegsinfekten äußerst wichtig. Bei einem endgültigen Versagen der Nieren (terminale Niereninsuffizienz) kommt es zur dauerhaften Dialyse. Möglich ist dann auch eine Nierentransplantation.

Die Behandlung der Erkrankung erfordert eine fächerübergreifende Zusammenarbeit verschiedener Ärzte.
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Meist ist es so, dass bei Betroffenen mit ADPKD es im Verlauf von 10 bis 20 Jahren zu einem Nierenversagen kommt, so dass eine Dialyse notwendig wird. Das betrifft ca. die Hälfte der Betroffene mit ADPKD. Bei den meisten geschieht das im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt.

Besonders schnell schreitet die Erkrankung fort, wenn sie bereits sehr früh, also im Alter unter 30 Jahren, in Erscheinung tritt. Männer sind von solchen Verläufen häufiger betroffen als Frauen.

Erste Symptome einer Zystenniere können Rückenschmerzen und sichtbarer blutiger Urin sein. Ein weiteres Symptom ist der Bluthochdruck, der durch das Nierenleiden verursacht wird. Ein weiteres bedrohliches Symptom ist plötzlich auftretender massiver Kopfschmerz, eventuell verursacht durch das Einreißen eines Aneurysmas - es kommt zur Gehirnblutung.

Systemerkrankungen der Nieren

Zu den Systemerkrankungen der Nieren gehören zum Beispiel der Systemische Lupus Erythematodes: eine Bindegewebserkrankung, die auch die Nieren betrifft (Vaskulitiden = Erkrankung der Nierenblutgefäße).

Bei ca. 75 % der Betroffenen mit einem systemischen LE entzünden sich auch die kleinen Blutgefäße in den Nierenkörperchen (Glomerula). Eine Entzündung der Nierenkörperchen wird als Glomerulonephritis bezeichnet und führt dazu, dass Eiweiß und kleine Mengen roter Blutkörperchen in den Urin gelangen.

Besteht die Entzündung über Jahre hinweg, kann sich schleichend ein chronisches Nierenversagen entwickeln.

Bei einem Systemische Lupus Erythematodes kommt es eher selten zu einer akuten Glomerulonephritis.

Hufeisenniere: Als Hufeisenniere bezeichnet man eine pathologische Verschmelzung beider Nieren (namensgebende Form eines Hufeisens). Angenommen wird, dass im Embryonalstadium die Vereinigung der Nieren beider Seiten entstehen, und zwar zu dem Zeitpunkt, wo die beiden Organe mit fünf Wochen im kleinen Becken noch sehr nahe beieinander liegen. Die Harnleiter sind nicht fehlgebildet. Die Hufeisenniere liegt jedoch weiter unten als üblich.

Es handelt sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine anatomische Normabweichung (Anomalie).

Schrumpfniere: Bei einer Schrumpfniere kommt es zu einer narbigen Verkleinerung der Niere durch Untergang von Nierengewebe. Das Gewicht der Nieren schrumpft dadurch auf ca. 80 Gramm oder weniger. Der Auslöser dafür ist eine chronische Entzündung, entweder durch Störungen im Immunsystem, durch eine Infektion, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, Diabetes oder durch nierenschädigende Medikamente.
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Eine Schrumpfniere entsteht durch den Verlust von Nephronen mit anschließendem Umbau in bindegewebige Strukturen (Fibrose). Dabei kann man zwei unterschiedliche Entstehungswege unterscheiden.

Bei einer primären (vaskulären) Schrumpfniere kommt es zum Beispiel durch Gefäßveränderungen, zum Beispiel durch eine Arteriosklerose, zur Ischämie, also zu einer verminderten oder aufgehobenen Durchblutung eines Gewebes infolge mangelnder arterieller Zufuhr von Blut. Es kommt dadurch zum Untergang von Nierenparenchym, das anschließend in Bindegewebe umgewandelt wird.

Bei der sekundären Schrumpfniere kommt es durch andere Ursachen, wie zum Beispiel bakterielle rezidivierende Entzündungen (Glomerulonephritis) zum bindegewebigen Umbau.

Alport-Syndrom: Das Alport-Syndrom, auch hereditäre Nephritis oder progressive hereditäre Nephritis genannt, ist eine vererbte Krankheit mit fehlgebildeten Kollagenfasern des Typ IV. Es wurde erstmals 1927 von Arthur Cecil Alport bei einer britischen Familie beschrieben. Einzelne Symptome der Krankheit können schon ab der Geburt und in der Regel im jugendlichen bzw. Kindesalter auftreten.
Da es sich beim Alport Syndrom um eine chronische Nierenerkrankung handelt und diese im Laufe der Zeit zunehmend schädigt, ist es wichtig, die Erkrankung möglichst frühzeitig schon im Schul- oder Kindergartenalter zu erkennen.

Am häufigsten betroffen sind beim Alport-Syndrom die Nieren, die Ohren und die Augen. In eher seltenen Fällen sind auch der Darm und die Speiseröhre betroffen. Die Symptome können sowohl einzeln als auch gemeinsam auftreten. Die Nieren sind jedoch immer vom Alport-Syndrom betroffen. Das stellt langfristig auch das größte Problem dar.
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