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Fischölkapseln – bieten sie wirklich Schutz?

Fischölkapseln sollen gut für die Gesundheit sein. Sie sollen zum Beispiel gut für Herz und Hirn sein.
Bild: pixabay website5
Die Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren versprechen einen Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Deswegen werden sie von Millionen Deutschen täglich eingenommen.

Nahrungsergänzungsmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das Geschäft boomt. So gibt es die Fischölkapseln nicht nur in Apotheken und Drogerien, sondern auch in Supermärkten.

In Deutschland beträgt der Umsatz an Nahrungsergänzungsmittel, wie zum Beispiel Vitamin C als Brausetablette, Magnesium als Pulver, Jod in Kapseln und eben die Fischölkapseln ca. 1,1 Milliarden Euro. Die Produkte sollen uns gesünder, fitter und schöner machen. Die Nachfrage nach Nahrungsergänzungsmitteln steigt jährlich weiter an.
So erfreuen sich die Fischölkapseln einer millionenfachen Beliebtheit. Von den Herstellern wird behauptet: „täglich eingenommen, können die Kapseln mit 250 Milligramm Omega-3-Fettsäuren zu einer normalen Hirnfunktion, Sehkraft und Herzfunktion beitragen“.

Zudem sollen Kapseln mit zwei bis drei Gramm den Cholesterin- und Triglyceridspiegel im Blut sowie den Blutdruck positiv beeinflussen.

Die Aussagen sind zwar wissenschaftlich belegt und dürfen in der Werbung der Hersteller verwendet werden, aber die Aussagen werden von diesen übertrieben.

Selbst die Verbraucherzentrale warnt vor überzogenen gesundheitsbezogenen Aussagen und nennt ein Beispiel: So wird aus „tragen zu einer normalen Herzfunktion bei“ werbewirksam „besitzen schützende Eigenschaften für ein gesundes Herz“. Einige Hersteller im Internet versprechen sogar, dass die Fischölkapseln vor Brustkrebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Gelenkschmerzen helfen.
Studie zu Fischölkapseln

Wissenschaftler der Universität Oxford untersuchten nun, ob die tägliche Einnahme von Kapseln mit bis zu zwei Gramm Omega-3-Fettsäuren Herzinfarkt oder Schlaganfall vorbeugen können.

Die Forscher erfassten Gesundheitsdaten von fast 80.000 Frauen und Männern und werteten sie aus. Sie haben zwischen den Fischölkapseln und den Erkrankungen keinen Zusammenhang entdeckt.

Die vollständige Studie wurde im März 2018 im Fachmagazin JAMA Cardiology veröffentlicht.

Ein weiterer Forscher der Oxford Universität, Louise Bowman, untersuchte speziell die Auswirkungen von Fischöl-Kapseln auf Diabetiker. Vorgestellt hatte er seine Untersuchung auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie in München Ende August.

Das Ergebnis seiner Untersuchung lieferte das fast identische Ergebnis seiner Kollegen. Das Nahrungsergänzungsmittel hatte das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Krebs nicht senken können.

Das Team um Louise Bowman hatten fast 15.000 Diabetiker untersucht. Von den Teilnehmern nahmen ca. die Hälfte täglich Fischölkapseln mit einem Gramm Omega-3-Fettsäuren ein. Die Kontrollgruppe hatte als Placebo olivenölhaltige Kapseln bekommen. Die Probanden wurden im Schnitt sieben Jahre lang begleitet. Am Ende der Studie hatten die Forscher keinen Unterschied zwischen den Fischöl-Kapseln und dem Placebo feststellen können. Trotz aller Versuche, irgendeine Wirkung zu finden.
Studie zu Fischölkapseln
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Fazit: Nach im Mittel 7,4 Jahren hatte die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren-Kapseln keinerlei Wirkung gezeigt, das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, TIA oder für kardiovaskulär verursachte Todesfälle. Das Ergebnis war dasselbe wie in der Placebo-Gruppe.
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Dr. Louise Bowman urteilt scharf: „Es gibt keine einzige Rechtfertigung für die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren“.

Auch forderten die Wissenschaftler von der Universität in Oxford, die Leitlinienempfehlungen zu überdenken. So werden zum Beispiel in den amerikanischen Leitlinien eine Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren und ein vermehrter Fischkonsum in der kardiovaskulären Sekundärprävention immer noch empfohlen.

Die Studien belegten aber sehr übereinstimmend, dass diese Supplementierung keinen Sinn mache, so Bowman.

Abschließend erklärte Bowman, dass eine Fischölkapsel kein Fisch ist. So sollte man nicht auf Fisch als Bestandteil einer gesunden Ernährung zu verzichten.

Achtung: Zu beachten ist jedoch, dass unser Körper Omega-3-Fettsäuren benötigt. Sie sind für uns lebenswichtig. Sie spielen eine wichtige Rolle als Energieträger und bei Entzündungen. Omega-3-Fettsäuren kann unser Körper nicht selbst bilden, sie müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Das funktioniert in ausreichendem Maß fast immer.
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Ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren ist daher äußerst selten, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Sie stecken in vielen Lebensmitteln und werden im Fettgewebe eines gesunden Erwachsenen gespeichert.

Die zusätzliche Omega-3-Zufuhr durch Fischöl-Kapseln benötigen die meisten Menschen nicht. Nur mit Rücksprache mit seinem Arzt sollte man die Fischölkapseln einnehmen. Leichtfertig sollte man mit den Kapseln auf keinen Fall umgehen.

So sollte man eine tägliche Aufnahme von fünf Gramm pro Tag nicht überschreiten. Bei einer Überdosierung drohen sonst Übelkeit und Erbrechen. Zudem kommt es bei einer Überdosierung zu Änderungen der Fließeigenschaften des Blutes und die Gefahr von gefährlichen Blutungen steigt an. Möglich sind auch unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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