Kältetherapien oder Wärmeanwendungen – Ist das sinnvoll? - Natürliche Heilung Krankheiten Gesundheit mit Hilfe der Naturheilkunde

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Kältetherapien oder Wärmeanwendungen – Ist das sinnvoll?

Naturheilkunde
Kryotherapie

Die Kryotherapie, auch Kälte- oder Eistherapie genannt, zählt zu den alternativen Behandlungsmethoden. Verschiedene Erkrankungen sollen durch den Einsatz von Kälte zur Schmerzlinderung beitragen. Neben der Schmerzlinderung wird sie u. a. auch für die Vereisung von Warzen, von Pigmentflecken und bei Hauttumoren eingesetzt.
Kälteanwendung - Kryotherapie
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Inhalt

Kryotherapie – Beschreibung
Kryotherapie – Anwendung
  • Lokale Anwendung
  • Lokale Vereisung – Kryochirurgie
  • Ganzkörper-Kältetherapie (Kältekammer)
Weitere Einsatzgebiete der Kryotherapie
  • Kryoablation
  • Kryostripping
  • Kryodenervation
  • Kryoextraktion
Kryotherapie – Risiken und Nebenwirkungen

Kalt oder warm: Was hilft gegen Beschwerden?

  • Bei welchen Schmerzen hilft was?
  • Kühlen: Bei welchen Schmerzen ist kühlen sinnvoll?
  • Kältekammer
  • Folgende Indikationen werden für einen Besuch in der Kältekammer empfohlen
  • Wärme: Wann ist eine Wärmeanwendung sinnvoll?
  • Wärmeanwendungen helfen so zum Beispiel bei
  • Tipps
  • Wärme: Wann ist eine Wärmeanwendung sinnvoll?
  • Wärmeanwendungen helfen so zum Beispiel bei
  • Tipps

Naturheilkunde Eisbaden – Gesund oder nicht?

  • Ist Eisbaden gesund?
  • Eisbaden – Was passiert mit dem Körper?
  • Eisbaden – Die richtige und wichtige Vorbereitung
  • Eisbaden – Unbedingt die Regeln beachten
  • Eisbaden – Wer sollte unbedingt darauf verzichten?
Kryotherapie - Beschreibung

Die Kryotherapie gehört zu den sogenannten Thermotherapien, die bereits schon seit der Antike eingesetzt wurde und die Kälte zu medizinischen Zwecken genutzt wurde. „Kryo“ kommt aus dem griechischen und bedeutet „kalt“. Die Kryotherapie ist ein Verfahren, bei der mit Temperaturen zwischen -180° Celsius und 0° Celsius behandelt wird, im Unterschied zur Kältetherapie bei der die Temperaturen nur zwischen 0° Celsius und 15° Celsius liegen.

Die verschiedenen Behandlungsformen einer Kryotherapie sind

  • Die lokale Anwendung von Kälte, z. B. Eiskompresse)
  • Die lokale Vereisung (Kryochirurgie)
  • Die Ganzkörperkältetherapie (Kältekammer)

Kryotherapie - Anwendung

Lokale Anwendung: Bei der lokalen Anwendung reichen in der Regel einfache Hausmittel, wie Eiskompresse, Eisspray oder ein kalter Quarkwickel (unter 0° Celsius) für die Behandlung aus. Ziel ist es, lokale Entzündungen zu hemmen, Schwellungen zu stoppen und zu minimieren sowie die Schmerzen zu lindern. Die Gefäße ziehen sich bei zunehmender Abkühlung zusammen, wodurch sich das subjektive Schmerzempfinden verringert. Die lokale Anwendung der Kryotherapie wird häufig bei Sportverletzungen eingesetzt, um ein Anschwellen zu vermeiden und Schmerzen zu betäuben (zum Beispiel bei Fußballspielern während eines Spiels).

Lokale Vereisung - Kryochirurgie: Die lokale Vereisung wird häufig von Dermatologen eingesetzt, zum Beispiel bei der Entfernung von Warzen oder auch Hauttumoren. Bei dieser Methode wird der zu entfernende Bereich punktgenau eingefroren, sodass das kranke Gewebe oder beispielsweise die Warze abstirbt und durch gesundes Gewebe ersetzt werden kann.

Ganzkörper-Kältetherapie (Kältekammer): Die Therapieform geschieht in einer Kältekammer. Zu Beginn der Behandlung zunächst in der sogenannten Vorkammer mit einer Temperatur von -10° Celsius bis -60° Celsius und anschließend in der eigentlichen Kältekammer, in der die Temperatur etwa -110° Celsius beträgt und der Patient für einige Minuten dieser extrem niedrigen Temperatur ausgesetzt ist. Hierbei sollen bestimmte Stoffwechselvorgänge positiv beeinflusst werden.

Überwiegend wird dieses Verfahren bei chronischen Rheumaerkrankungen, wie zum Beispiel der rheumatoiden Arthritis, eingesetzt oder auch bei chronischen Rückenschmerzen.

Eine Ganzkörper-Kältetherapie soll zudem das Immunsystem stärken, bei Schlafstörungen helfen, zur Leistungssteigerung bei Sportlern helfen und zudem auch noch das Hautbild verbessern, wie zum Beispiel bei Cellulite.

Trotz dieser zuvor genannten positiven Effekte einer Ganzkörper-Kältetherapie sei an dieser Stelle genannt, dass bis heute keine aussagekräftigen Studien diese Wirkung belegen und somit die Methode umstritten ist.
Weitere Einsatzgebiete der Kryotherapie

Kryoablation: Dieses Verfahren wird in der Kardiologie eingesetzt. Bei einer Herzrhythmusstörung werden Herzmuskelzellen, die die Störung auslösen, vereist und somit ausgeschaltet.

Kryostripping: Das sogenannte Kryostripping wird bei Krampfadern eingesetzt. Dabei wird die betroffene Vene tiefgefroren und anschließend komplett entfernt. Ein Rückfall dieser Erkrankung soll bei dieser Behandlungsmethorde sehr gering sein.

Kryodenervation: Der Fachbegriff Kryodenervation beschreibt eine Therapieform, die bei dauerhaft ausstrahlenden Schmerzen, zum Beispiel nach einer Bandscheiben-OP oder aufgrund einer Osteoporose Schmerzlinderung verschaffen kann – ein Verfahren, das ambulant ohne Narkose unter Lokalanästhesie durchgeführt werden kann. Hierbei werden mittels einer durch Kohlendioxyd gekühlte Sonde, die in einen kleinen Hautschnitt eingeführt wird, die entsprechenden Nerven vereist.

Kryoextraktion: Extraktion bedeutet Entfernung, die Kryoextraktion ist eine Entfernung mittels Kälte. Diese Methode wird in der Augenheilkunde angewandt, und zwar zur Entfernung der Augenlinse beim Grauen Star (Katarakt).
Warzenentfernung durch Kryotherapie
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Eas hilft bei Prellungen
Kryotherapie – Risiken und Nebenwirkungen

Bei der lokalen Anwendung, also das Auflegen von Eiskompressionen oder Kältepads sollte man einen direkten Kontakt mit der Haut vermeiden, da es zu Erfrierungen und somit zu Hautschädigungen kommen kann. Deshalb immer das Eis in ein Tuch einwickeln und keinesfalls auf offene Wunden legen.

Die Kältekammer-Therapie (Ganzkörperkältetherapie) ist nach wie vor umstritten, und das obwohl die positive Wirkung gerade bei Rheumapatienten inzwischen als bestätigt gilt. Dass das Verfahren auch bei psychischen Beschwerden helfen soll, konnten Studien bislang nicht nachweisen.

Die Kältekammer-Therapie ist keinesfalls geeignet für: Menschen mit Bluthochdruck, Blutarmut, akute Venenentzündung, akute Atemwegserkrankung, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Nierenerkrankung, Tumorerkrankung, Hautinfektionen, Anfallsleiden, Kälteallergie und Schwangeren.
Fazit: Einige Methoden der Kryotherapie, wie zum Beispiel das Vereisen bei der Warzenentfernung, sind schon lange fester Bestandteil bei Dermatologen. Auch in der Augenheilkunde arbeiten Ärzte mithilfe von Vereisung. Genauso wie beim sogenannten Kryostripping bei Gefäßerkrankungen, wie zum Beispiel beim Entfernen von Krampfadern.
Die Ganzkörperkältetherapie ist jedoch nach wie vor sehr umstritten und basiert nicht auf wissenschaftlichen Beweisen. Trotzdem sind auch bei dieser Behandlungsmethode positive gesundheitliche Auswirkungen nicht von der Hand zu weisen.

Die Kryotherapie zählt zu den alternativen Heilverfahren, von denen einige Methoden noch nicht ausreichend wissenschaftlich erforscht sind. Somit empfiehlt es sich, sich ausführlich darüber beraten zu lassen.
Kalt oder warm: Was hilft gegen Beschwerden?

Prellungen, Rückenschmerzen, Knieschmerzen oder eine Bronchitis, was hilft wirklich? Hilft je nach Beschwerden eine Kälte- oder Wärmeanwendung?
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Eine der Faustregeln: „Bei akuten Entzündungen hilft Kälte, Wärme ist dagegen bei chronischen Leiden besser“.

So kann man andauernde Rückenschmerzen oder eine länger anhaltende Bronchitis gut mit warmen Packungen oder warmen Bädern behandeln. Wärme fördert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Dadurch können Gifte besser abtransportiert werden und der Entzündungsherd wird besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Während bei einem akuten Schmerz, Schwellung oder Rötung die Durchblutung kurzfristig vermindert werden sollte, nimmt man Kälte zu Hilfe. Eine Wärmeanwendung bei frischen Prellungen oder Rötungen könnten den Zustand sogar verschlimmern.

Wärme: Wann ist eine Wärmeanwendung sinnvoll?

Wärme hat eine entspannende Wirkung und hilft bei Schmerzen. So hilft Wärme bei Schmerzen, die entstehen oder stärker werden. Auch hilft sie bei Muskeln, die sich anspannen oder verkrampfen. Aber auch bei Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Rheuma, Hexenschuss oder Ischias hilft Wärme.

Wärmeanwendungen helfen so zum Beispiel bei:

  • Rückenverspannungen
  • Nackenverspannungen
  • Schulterverspannungen
  • Muskelkater
  • Muskelkrämpfen
  • Bauchschmerzen
  • Unterleibskrämpfen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • während der Menstruation
  • Halsschmerzen
  • Husten
  • Bronchitis
  • anhaltendes Kopfweh
  • Blasen- und Nierenerkrankungen
  • kalte Füße
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Durch die Wärme erweitern sich die Blutgefäße, der Stoffwechsel wird angeregt, Abwehrzellen vermehren sich, das Immunsystem wird gestärkt und die Hormonproduktion wird angeregt. Zudem entspannen sich die Muskeln und Sehnen und die Empfindlichkeit der Nerven wird herabgesetzt.

Ausnahme: Bei einem Gelenkverschleiß kann Wärme helfen, da sich die versteiften Muskeln, die um das Gelenk liegen, durch Wärme lockern. Sind diese Gelenke jedoch akut entzündet (rheumatoider Arthritis) hilft eine Kälteanwendung besser.

Die durch eine verspannte Nackenmuskulatur entstandenen Kopfschmerzen lassen sich durch eine Wärmeanwendung auf den Schultern lindern. Bei einem Kopfschmerz, der durch einen Stoß oder Schlag entstand, hilft dagegen kühlen.

Tipps: Kalte Wickel eignen sich gut für akute und stark entzündliche Reaktionen. Er entzieht dem Körper Wärme und wirkt entzündungshemmend sowie abschwellend.

Bei Fieber sollte der kalte Wickel eine Temperatur von maximal 5 bis 10 Grad unter der Körpertemperatur liegen, die der Erkrankte hat.

Warme Wickel sollten ca. 50 Grad haben. Um die Temperatur zu prüfen, legen Sie das Innentuch vor dem Aufbringen kurz auf die Innenseite Ihres Unterarms. Wenn es Ihnen dort nicht zu heiß ist, wird es gut vertragen. Zudem sollten die Zwischen- und Außentücher erwärmt werden, damit die Wärme des Innentuchs länger anhält.

Gegen Erkältungen und Beschwerden der Atemwege hilft ein Zwiebelwickel auf der Brust.

Warme Umschläge aus Zwiebeln wirken durchblutungsfördernd, desinfizierend und schmerzlindernd.

Bei Schnupfen oder einer Nasennebenhöhlenentzündung helfen Ingwerkompressen. Ingwer in kleinste Stücke schneiden und zerdrücken. Danach Saft und Fasern im Wasserbad erwärmen und danach in ein Tuch einschlagen und warm auf das Gesicht legen. Einwirkzeit ca. 30 Minuten.

Ist der Nacken verspannt kann ein Kartoffelwickel helfen. Gekochte, heiße Kartoffeln in ein Tuch geben und zerdrücken. Bei Kindern auf die Temperatur achten. Das Tuch mit den Kartoffeln, so warm wie möglich auf den Hals legen und mit einem Schal fixieren. Anwendungsdauer ein bis drei Stunden.

Denselben Effekt haben Packungen mit Heilerde oder das zusätzliche Einreiben mit Franzbranntwein, Melissengeist oder Propolissalbe.

Bei einem Muskelkater hilft ein Saunabesuch oder ein Vollbad mit Arnika oder Rosmarin. Durch die Wärme wird die Durchblutung gefördert und der Schmerz lässt nach.

Ein Wadenwickel aus Essigsocken (Obstessig) hilft bei Kindern das Fieber schonend zu senken und hilft gegen Juckreiz. Für den Wadenwickel werden ein paar Wollsocken in ein Liter kaltes Wasser mit 1 bis 2 Esslöffel Essig versetzt (ca. 35 Grad) getaucht. Die Socken werden ausgewrungen und dann leicht über die Füße bis zur Wade gezogen. Darüber kommen ein trockenes Paar Socken. Das Kind sollte für 10 bis 15 Minuten zugedeckt ruhen.

Ein kühler Wickel mit inneren Blättern vom Kohl verstärkt die Wirkung kühler Wickel bei Ausschlägen und Hauterkrankungen.

Abgekühlte Tees wie Salbei oder Kamille helfen bei Halsschmerzen. Da es sich hier um eine Entzündung handelt sind heiße Tees kontraproduktiv. Den Tee kann man in kleinen Schlucken zu sich nehmen oder zum Gurgeln benutzten. Zudem kann man einen Quarkhalswickel verwenden, der mit einem Schal fixiert wird.

Sind die Venenklappen träge, zum Beispiel bei Krampfadern, helfen kalte Güsse oder dass Kneippsche Wassertreten.

Bei welchen Schmerzen hilft was?

Ob nun Körnerkissen, kalte Wickel oder Sauna und Eisbad, helfen kann alles um Schmerzen zu lindern.

Wichtig ist es, welche Anwendung für einen die Richtige ist, denn Wärme und Kälte entwickeln im Gewebe gegensätzliche Wirkungen.

Bei einer Wärmeanwendung weiten sich die Blutgefäße aus. Auch laufen die Stoffwechselvorgänge, wie der Nährstofftransport und Abwehrprozesse schneller ab und entspannen sich die Muskeln besser.

Das Körnerkissen, die Wärmflasche oder das Badewasser sollten dabei nicht heiß sein, sondern angenehm warm.

Bei einer Kälteanwendung hingegen verengen sich die Blutgefäße und der Stoffwechselprozess verlangsamt sich. Zugleich wirkt Kälte betäubend, hemmt also die Schmerzen.

Ein Kühlkissen lindert zum Beispiel den Schmerz nach einem Sturz, während bei chronischen Rückenschmerzen oder Bauchweh eine Wärmflasche hilft.

Kühlen: Bei welchen Schmerzen ist kühlen sinnvoll?

  • Akuten Verletzungen
  • Blutergüssen
  • Operationswunden
  • Muskelverletzungen wie z. B. Muskelzerrung, Muskelfaserriss
  • Brustentzündung (Mastitis)
  • Gürtelrose
  • Sonnenbrand
  • Nasenbluten
  • plötzlichen Migräneattacken
  • Schlafstörungen, die auf Nervosität beruhen
  • zur Fiebersenkung
  • Hauterkrankungen, wie bei Ausschlägen und Juckreiz

Zu beachten ist jedoch, dass frische Wunden erst versorgt und abgedeckt werden müssen. Das Kühlpack oder die kalte Kompresse sollte niemals auf die frische Wunde gelegt werden. Ist die Wunde nicht steril abgedeckt, kann die Wunde verunreinigen und sich entzünden.

Die Dauer der Kühlung sollte nicht länger als 10 bis 20 Minuten anhalten. Durch eine zu lange Kühlung der Körperstelle würde die Durchblutung zu stark gebremst werden. Auch ist zu beachten, dass die Kühlung nicht eiskalt ist, sondern kühl. Somit gehört das Kühlpack nicht in das Eisfach, sondern in den Kühlschrank.

Kälte-Anwendungen, wie kaltes Duschen oder Bäder nach Kneipp sind auch für gesunde Menschen empfehlenswert. Sie sorgen für eine bessere Durchblutung und stärken das Immunsystem.

Kältekammer
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Kaum vorstellbar, aber doch immer häufiger benutzt wird die sogenannte Kältekammer. In ihr geht man freiwillig hinein und das bei minus 110 Grad. Solche Kammern nutzen zum Beispiel Leistungssportler zum Regenerieren und als Trainingsvorbereitung. Kältekammern findet man aber auch in Kliniken und Praxen und werden bei Rheuma- oder Schmerzpatienten eingesetzt.

Ursprünglich kommt diese Methode aus Japan und wurde für Rheumapatienten mit Schmerzen in den Gelenken entwickelt.

Die Kältekammer ist in der Regel zwei mal zwei Meter groß.

Folgende Indikationen werden für einen Besuch in der Kältekammer empfohlen:

  • Wirbelsäulensyndrome
  • Weichteilrheumatische Erkrankungen
  • Fibromyalgie
  • Kollagenosen
  • chronische Schmerzen im Rahmen von Arthrosen
  • chronische, entzündliche Wirbelsäulen-Erkrankungen
  • degenerative Gelenkserkrankungen mit Sekundärentzündungen
  • Postoperative Rehabilitation nach Gelenk- und Wirbelsäulenoperationen
  • chronische, entzündliche Gelenk-Erkrankungen (z.B. Polyathritis)
  • Autoimmunerkrankungen
  • Psoriasis
  • Neurodermitis
  • Lungenerkrankungen
  • Asthma bronchiale
  • Schlafstörungen
  • Migräne

Die Therapie mit der Kältekammer gilt allgemein als gut verträglich. Sie sollte aber unter großer Vorsicht oder aber gar nicht angewendet werden bei zum Beispiel folgenden Erkrankungen:

  • Schwere Formen von Herz-Rhythmus-Störungen
  • Frische Operation im Herzbereich
  • Platzangst
  • periphere Nervenschädigung. Das können zum Beispiel Nerven in den Armen und Beinen (Polyneuropathie) sein
  • Periphere arterielle Durchblutungsstörung höheren Grades
  • Gefäßerkrankungen
  • Schwere koronare Herzkrankheit
  • Asthma bronchiale
  • Unbehandelter Bluthochdruck
Naturheilkunde Eisbaden – Gesund oder nicht?

Ob Eisbaden, auch Winterbaden genannt, gesund ist oder nicht – darüber lässt sich streiten. Gemeint ist damit, dass Menschen bei einer Wassertemperatur von weniger als 5 Grad Celsius im See, im Fluss oder im Meer für einige Sekunden oder Minuten ins Wasser steigen. Was für einige den besonderen „Kick“ bedeutet und pure Lebenslust, ist für die meisten von uns unvorstellbar und lässt uns, allein an den Gedanken in eiskaltes Wasser einzutauchen, erschauern.

Das Eisbaden oder auch Winterbaden hat in Finnland und Russland eine lange Tradition. Hier werden Löcher in die Eisdecke gehackt, um kurz in das eiskalte Wasser zu einzutauchen. Meist wird dies mit Saunagängen verbunden.

Inzwischen ist das Eisbaden auch in Deutschland immer beliebter. Es gibt sogar mehrere Vereine, die sich jedes Jahr auf das kollektive Frösteln freuen. In unseren Gefilden, in denen es kaum noch gefrorene Seen gibt, laufen die Menschen begeistert in das kühle Nass.

Ist Eisbaden gesund?

Die Eisbader zumindest schwören darauf. Es heißt, dass neben dem Badespaß das Immunsystem gestärkt werde, die Durchblutung gestärkt und der Kreislauf angeregt werde und dass regelmäßiges Eisbaden sogar stressabbauend wirke. Eine aussagekräftige Studie, die diese Erkenntnisse belegt, gibt es allerdings nicht.

Eisbaden – Was passiert mit dem Körper?

Das Eintauchen in das eiskalte Wasser ist ein Schock für den Körper. Sofort verengen sich die Gefäße in der Haut und die Blutbahnen im Körperinneren weiten sich, so dass das Blut vermehrt und schnell durchschießt – eine Reaktion des Körpers, um die benötigte Kerntemperatur im Inneren des Körpers von etwa 36,5 Grad halten zu können. Diese Körpertemperatur ist notwendig, um die lebenswichtigen inneren Organe zu schützen. Zugleich werden beim Eintauchen in das eisige Nass Adrenalin und andere Stresshormone freigesetzt, was die Euphorie, eben diesen besonderen „Kick“, nach dem Eisbaden erklärt.

Eisbaden – Die richtige und wichtige Vorbereitung

Auf das Eisbaden sollte der Körper gut vorbereitet sein, das heißt, man muss seinen Körper nach und nach an kaltes Wasser gewöhnen. Wer völlig unerfahren meint, einmal das Eisbaden auszuprobieren, setzt sich einem hohen gesundheitlichen Risiko aus. So können zum Beispiel die Herzfrequenz rapide absinken und die Muskeln erstarren.

Die richtige Vorbereitung auf das Eisbaden ist daher nicht nur wichtig, sondern sogar lebenswichtig!

Mit einer guten Vorbereitung auf das Eisbaden bereitet man sich am besten schon im Sommer vor. Dazu gehören regelmäßige Wechselduschen oder auch Anwendung nach Sebastian Kneipp, wie zum Beispiel Wechselfußbäder (die Füße im Wechsel in 38 Grad warmes Wasser tauchen für etwa 10 Minuten und anschließend in 15 Grad warmes Wasser für 15 Sekunden eintauchen; den Vorgang zweimal wiederholen). Auch kalte Wassergüsse und Waschungen sind eine gute Vorbereitung, um den Körper an das kalte Wasser zu gewöhnen.

Eisbaden – Unbedingt die Regeln beachten

Wer die Herausforderung des Eisbadens sucht, sollte unbedingt folgende Regeln beachten:

  • Hände und Füße kühlen besonders schnell ab. Deshalb sollte man sie mit speziellen Neoprenhandschuhen und Neopren-Badeschuhen schützen. Das gleiche gilt für den Kopf: Auf keinen Fall untertauchen. Am besten eine Mütze aufsetzen, die vor der kalten Lufttemperatur schützt.
  • Nicht ins Wasser springen! Beim Eisbaden geht man langsam, jedoch ohne Zögern in das Wasser.
  • Während des „Einsteigens“ in das kalte Wasser ist es wichtig, sich auf eine gleichmäßige Atmung zu konzentrieren, also ganz bewusst ein- und ausatmen, um eine Schnappatmung aufgrund des Kälteschocks zu vermeiden.
  • Niemals alleine Eisbaden! Tritt ein Notfall ein, ist es wichtig, das sofort geholfen werden kann.

Wie lange man es in dem eiskalten Wasser aushalten kann, ist individuell verschieden. Das Kälteempfinden ist bei den Menschen sehr unterschiedlich, manche verlieren sehr schnell an Körpertemperatur, so dass sie nach nur wenigen Sekunden wieder aus dem Wasser hinausmüssen. Bei Anderen wiederum hält der Körper länger die Temperatur, sodass sie es sogar mehrere Minuten im Wasser aushalten.

Wichtig ist es, nicht etwa in Konkurrenz mit anderen Eisbadenden zu gehen, sondern auf sein eigenes Körpergefühl zu hören und sich nur das zuzumuten, was der Körper gut aushält. Denn nur dann kann der Wohlfühleffekt nach dem Eisbad eintreten.

Nach dem Eisbaden sofort warm anziehen und sich Ruhe gönnen.

Eisbaden – Wer sollte unbedingt darauf verzichten?

Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen und/oder Bluthochdruck sollte das Eisbaden tabu sein.

Fazit: Fakt ist, dass man für das Eisbaden unbedingt gesund sein sollte. Nur dann kann man von dem eiskalten Nass profitieren. Am besten ist es, sich zuvor von einem Arzt durchchecken zu lassen.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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