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Nickelallergie

Symptome
Symptome einer Nickelallergie sind z. B. Hautrötungen, Quaddeln und Juckreiz. Nickel befindet sich z. B. oft in Schmuck, Gürtelschnallen, BH-Verschlüsse, Zahnersatz, Essbestecke, Knöpfe, Münzen oder in Brillengestellen. Zudem versteckt es sich in vielen anderen Dingen des täglichen Bedarfs. So finden sich Spuren von Nickel in Kosmetika, Haushaltsgeräten und zahlreichen Lebensmitteln. Auch hochwertige Silber- und Goldlegierungen enthalten Nickelanteile, was Betroffene einer Nickel-Allergie Probleme bereitet. Nickel ist ein Spurenelement und weit verbreitet. Das Element kommt im Wasser, in der Luft und in der Erde vor. Nickel wird heute wegen seiner Festigkeit und Hitzebeständigkeit als Bestandteil von Metalllegierungen, wie z. B. Gürtelschnallen, verwendet.

Die Nickelallergie ist eine Kontaktallergie und gehört somit zum Typ IV-Allergie.
Inhalt

Nickelallergie gehört zu den Kontaktallergien
Allergietypen I bis IV
Nickelallergie – Symptome
Nickelallergie – Diagnose
Es kommt nach der Anamnese zu folgenden Tests
Nickelallergie – Behandlung
Nickelreiche Lebensmittel sind z. B.:
Nickelarme Lebensmittel sind z. B.:
Weitere Themen
Nickelallergie gehört zu den Kontaktallergien

Bei einem wiederholten Kontakt mit Nickel kommt es bei vielen Menschen zu einer Kontaktallergie. Kommt es zum Kontakt mit nickelhaltigen Gegenständen kann der leicht saure Schweiß der Haut Nickelionen aus einem Metall lösen. Die Nickelionen durchdringen dann die Hornschicht der Haut. Hat der Mensch eine entsprechende Veranlagung, reagiert das Immunsystem.
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Fast jeder Zehnte reagiert auf Nickel allergisch. Die Nickelallergie ist die häufigste Kontaktallergie überhaupt.

Auch bei der Nickelallergie kommt es zur sogenannten Phase der Sensibilisierung, in der die Abwehrzellen lernen, Nickel als schädlich zu erkennen und zu reagieren. Kommt es zum wiederholten Hautkontakt kommt es zur Abwehrreaktion mit den typischen örtlichen Hautbeschwerden. In sehr seltenen Fällen kommt es auch zu generalisierten Hautbeschwerden.

Trägt man Nickel in hoher Konzentration auf die Haut auf, kommt es fast bei jedem Menschen zu einer Hautreaktion. Für Betroffene reicht jedoch eine geringe Menge, um eine Ekzemreaktion an der Haut auszulösen.
Allergietypen I bis IV

Die verschiedenen Allergien werden, je nach Art, wie das Immunsystem auf den fremden Stoff reagiert, in verschiedene Allergietypen eingeteilt.

Typ I – Allergien: bei rund 90 % aller Allergie-Typen liegt diese Reaktion vor. Unter Typ 1 Reaktionen fallen z. B. Heuschnupfen, allergische Konjunktivitis (allergische Bindehautentzündung), allergische Nesselsucht (Urtikaria, Nahrungsmittel- und Insektengift-Allergien. Die allergische Reaktion wird durch eine erhöhte Bildung von IgE Antikörpern (Immunglobuline E sind Eiweiße, die körperfremde Stoffe abwehren) gegen ein bestimmtes Allergen hervorgerufen. Die Antikörper sitzen auf der Mastzelle, die über das IgE an der Oberfläche ihr Allergen erkennt und nach Allergen-Kontakt sofort Histamin und andere Stoffe ausschüttet, die die allergische Reaktion hervorruft. Dies geschieht sofort nach Kontakt mit dem Allergen, weswegen dieser Reaktionstyp auch als Allergie vom Soforttyp genannt wird.

Typ II – Allergien: Hier bildet das Immunsystem Antikörper gegen Bestandteile der Oberfläche von Körperzellen. Wenn die Antikörper diese Zellstrukturen erkennen, aktivieren sie das Abwehrsystem. Dieses wiederum bekämpft die Körperzellen. Deshalb sprechen Mediziner auch vom zytotoxischen Allergietyp. Das bedeutet so viel wie „giftig für Zellen“. Dieser Typ II kommt z. B. als Reaktion auf Medikamente oder bei einer Blutgruppenunverträglichkeit vor.

Typ III – Allergien: Bei dieser Form der Allergie bilden sich Immunkomplexe aus Allergenen und Antikörpern, die sich im Gewebe (zum Beispiel in der Niere) oder in Blutgefäßen ablagern können. Es kommt hier z. B. zu Gefäßentzündungen, einer sogenannten Vasculitis allergica. Erkennen kann man die Vasculitis allergica z. B. an punktförmigen dunkelroten Einblutungen an Beinen oder Gefäßen. Dazu kommen kann es auch hier durch eine Reaktion auf Medikamente oder einer Blutgruppenunverträglichkeit. Es handelt sich in aller Regel um schwerwiegende Erkrankungen, die spezielle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden erfordern.

Typ IV – Allergien: Bei diesem Allergietyp liegen zwischen Kontakt des Allergen und Krankheitszeichen zwischen 24 bis 48 Stunden. Mediziner nennen diesen Typ auch Spättypallergie. Bei den Typ-4-Reaktionen werden für die Reaktion keine Antikörper benötigt, sondern die Allergene aktivieren direkt bestimmte Immunzellen (T-Zellen = T-Lymphozyten), die dann das umliegende Gewebe schädigen. Typische Allergien aus dieser Gruppe sind das allergische Kontaktekzem (z.B. ein Ekzem gegen Nickel-haltigen Ohrschmuck) und das atopische Ekzem (Neurodermitis). Beim atopischen Ekzem liegt möglicherweise aber zusätzlich auch eine IgE-Reaktion, also eine Typ-1-Allergie vor.

Manche Menschen haben eine anlagenbedingte Bereitschaft, auf harmlose Stoffe wie Baum- oder Gräserpollen mit einer IgE-vermittelten Allergie zu reagieren. Ärzte nennen diese Veranlagung atopische Diathese oder atopische Konstitution. Betroffene mit dieser Veranlagung haben häufiger Heuschnupfen, allergisches Asthma bronchiale oder Nahrungsmittelallergienen als andere. Zudem neigen diese Menschen zu trockener Haut, die unter Umständen zu einer Neurodermitis (atopisches Ekzem) führt. Die Neurodermitis zählt jedoch nicht zu den allergischen Erkrankungen. Oft tritt sie sogar ganz ohne den Einfluss von Allergenen auf. Erbliche Besonderheiten der Hautstruktur sind ein wichtiger Krankheitsfaktor.
Nickelallergie – Symptome

Die ersten Symptome einer Nickelallergie treten einige Stunden bis Tage nach der Berührung nickelfreisetzender Gegenstände auf der Haut auf.

An den entsprechenden Hautstellen kommt es zu Rötungen, zu Nässen und Juckreiz. Zudem bilden sich kleine Knötchen (Papeln) und Bläschen. Diese Ekzeme entwickeln sich nur an den Stellen, die mit dem Nickel in direktem Kontakt waren. Das kann beispielweise an der Haut nahe dem Bauchnabel sein, falls dort z. B. eine Gürtelschnalle die Allergie ausgelöst hat. Kommt die Haut nicht mehr mit Nickel in Kontakt, heilen die Hautveränderungen von selbst wieder ab.

Da Kratzen die Heilung verzögert und Infektionen begünstigt, sollte man auch bei starkem Juckreiz die entzündeten Stellen nicht kratzen.

Vermeidet man als Betroffener einer Nickelallergie das Metall nicht, kommt es zu dauerhaften Hautveränderungen, dem chronischen allergischem Kontaktekzem. Die Haut schuppt, reißt ein und ist stellenweise entzündlich verdickt. Zudem kann es zu Verhornungen der Haut kommen.

Als Auslöser einer Nickelallergie kommen auch Zahnprothesen in Betracht. Es kommt dann zu Schleimhautveränderungen im Mund.
Nickelallergie – Diagnose

Der erste Ansprechpartner, um eine Allergie zu diagnostizieren, ist der Hautarzt (Dermatologe).

Der Arzt wird sich über ein ausführliches Anamnesegespräch erste Eindrücke über den Patienten machen. Innerhalb des Gespräches stellt der Arzt Fragen nach der Krankengeschichte, Lebensgewohnheiten und den bestehenden Beschwerden.

Eine sichere Diagnose erhält der Arzt durch den sogenannten Epikutantest. Bei diesem Test wird dem Betroffenen ein Pflaster, das mit Nickelsulfat beträufelt wird, auf den Rücken geklebt. Das geschieht meist jedoch zusammen mit anderen Stoffen, die eine Kontaktallergie auslösen könnten. So z. B. Metallsalze, Duftstoffe oder Konservierungsstoffe. Liegt eine Nickelsensibilisierung vor, reagiert die Haut nach einigen Stunden an genau der Stelle, wo das Nickelsulfat aufgeklebt wurde. Der Arzt nimmt das Pflaster nach 24 oder 48 Stunden ab und begutachtet die Hautveränderungen.

Ein Nachweis durch eine Blutuntersuchung zum Beispiel den Lymphozyten-Transformationstest, kurz LTT, ist in der Praxis von untergeordneter Bedeutung.

Eine Nickelallergie sollte in einem Allergiepass vermerkt werden.
Es kommt nach der Anamnese zu folgenden Tests

Pricktest: Dies ist die häufigste Hauttestmethode für den Allergie Typ I. Der Arzt träufelt je nachdem welcher Allergieauslöser im Verdacht steht, entsprechende Allergenlösungen auf die Innenseite der Unterarme und sticht sie mit einer Lanzette leicht in die Haut. Wenn jetzt das Immunsystem auf den Fremdstoff reagiert, bildet sich auf der Haut innerhalb von 15 bis 20 Minuten eine Quaddel, die sich rötet.

Bluttest: Der Bluttest wird meist zur Ergänzung zum Pricktest durchgeführt. Im Labor werden die IgE Antikörper im Blut bestimmt, die speziell gegen bestimmte Allergene gerichtet sind.

Epikutantest: Besteht der Verdacht auf eine Kontaktallergie nach Typ IV Allergie, wenden die Mediziner den Epikutantest an. Zur Durchführung des Tests kleben die Ärzte Allergenzubereitungen für rund 48 Stunden auf den Rücken. Wenn das Immunsystem reagiert, bilden sich Ekzeme oder es entstehen Bläschen.

Provokationstest: Bei diesem Test träufelt der Arzt Allergielösungen direkt auf die Nasenschleimhaut oder auf die Augenbindehaut. Besteht der Verdacht auf eine Lebensmittelallergie, nimmt der Betroffene die verdächtigen Lebensmittel direkt ein.

Dieser Test muss ärztlich überwacht werden und findet üblicherweise in einer Klink statt, denn es kann zu schweren allergischen Reaktionen kommen die eine sofortige Behandlung erfordern. Solche Tests werden nur durchgeführt, wenn Anamnese, Pricktest und die Blutuntersuchung erfolglos war, eine klare Diagnose zu stellen.

Auslöser meiden (Allergenkarenz): Nach feststehender Diagnose, der Auslöser der Allergie ist erkannt, muss man versuchen den Auslöser zu meiden. Dadurch unterbricht man die Reaktionskette des Immunsystems und verschafft sich zunächst etwas Ruhe. Im Alltag bringt das oft Einschränkungen mit sich, oder aber es lässt sich nicht ohne weiteres vermeiden, da es kaum möglich ist Pollen im Frühjahr auszuweichen, genauso wie Hausstaubmilben oder Tierhaare, wo die Allergene auch meist in der Luft liegen. Die Behandlung dieser ersten Stufe versucht daher entsprechende Alternativen für den Allergiker zu finden, insbesondere dann, wenn Medikamente oder Lebensmittel nicht vertragen werden.

Beschwerden lindern: Häufig können bestimmte Medikamente die Beschwerden von Allergikern lindern. Antihistaminika unterdrücken zum Beispiel die allergische Reaktion, indem sie die Wirkung des Gewebshormons Histamin blockieren. Zudem werden kortisonhaltige Präparate empfohlen, die die Entzündungsherde im Körper stoppen können. Die Muskeln und Bronchien werden häufig mit Beta-2-Sympathomimetika behandelt. Das bewirkt dass die Muskeln und Bronchien erschlaffen, wodurch die Atemwege sich erweitern. Der Arzt passt die Medikamente jeden Patient individuell an, um mögliche Überempfindlichkeiten gegenüber den Wirkstoffen sowie den Nebenwirkungen für jeden Patienten zu berücksichtigen.

Ursache behandeln - Spezifische Immuntherapie): Ein weiterer Behandlungsansatz ist es, den Ursprung der Allergie anzugehen. Bei dieser Therapie versuchen die Allergologen durch eine spezifische Immuntherapie oder Hyposensibilisierung den Körper mit sehr geringen Mengen des Auslösers langsam an das Allergen zu gewöhnen und das Immunsystem unempfindlich zu machen. Wobei es leider nur sehr wenige Krankheitsbilder für Allergene zurzeit gibt.
Naturheilkunde - Nickelallergie
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Nickelallergie – Behandlung

Der erste Behandlungsschritt bei einer Nickelallergie besteht darin, den Kontakt mit Nickel zu vermeiden. Betroffene müssen auf alle nickelhaltigen Produkte verzichten. Auch müssen Patienten auf ihre Ernährung achten, damit sie kein Nickel zu sich nehmen.
Nickelreiche Lebensmittel sind z. B.:

  • Linsen
  • weiße Bohnen
  • Erbsen
  • Sojabohnen und alle anderen Sojaprodukte
  • Blumenkohl
  • Broccoli
  • Chinakohl
  • Petersilie
  • Säurehaltige Gemüsekonserven (wie Sauerkraut, Gurken, Tomaten, Tomatenmark und Ketchup, vegetarische Brotaufstriche)
  • Hecht
  • Schleie
  • Austern
  • Hummer
  • Schokolade
  • Kakaopulver
  • Nüsse
  • Nougat
  • Marzipan
Nickelarme Lebensmittel sind z. B.:

  • Aubergine
  • Chicoree
  • Eisbergsalat
  • Feldsalat
  • Fenchel
  • Grünkohl
  • Geschälte Kartoffeln
  • Kohlrabi
  • Kresse
  • Möhren
  • Paprika
  • Porree
  • Radieschen
  • Rettich
  • Krabben
  • Garnelen
  • Fertigprodukte, wie Fischkonserven
  • Marmelade
  • Honig
  • Gummibärchen
  • Reiswaffeln (ohne Schokolade und Sesam)
  • Eier
  • Butter
  • Margarine
  • Ölsorten (fast alle)

Leiden Sie an einer Nickelallergie hilft nur eine ausführliche Liste der Lebensmittel, mit viel Nickelanteil oder wenig Nickelanteil. Da hier nicht sämtliche Lebensmittel aufgeführt werden können.

Die Wirksamkeit einer nickelfreien Diät ist allerdings nicht einwandfrei nachzuweisen. Man kann die Diät abrechen, wenn sich innerhalb eines Vierteljahres keine Besserung eingestellt hat.
Vorbeugung

Eine Vorbeugung, um einer Nickelallergie aus dem Weg zu gehen, gibt es eigentlich nicht. Man sollte auf nickelhaltige Produkte verzichten, um eine Allergie zu vermeiden.

Eine EU-Richtlinie gibt Grenzwerte für den Nickelgehalt vor und verpflichtet die Hersteller zur Kennzeichnung. Wird Nickel nicht ausgewiesen, ist dies noch lange keine Garantie, dass ein Produkt tatsächlich kein Nickel enthält. Eine nickelfreie Oberflächenbeschichtung reicht nämlich häufig aus, um die Kennzeichnung zu umgehen – sicheren Schutz vor einer Nickelallergie gibt sie jedoch nicht, da sich die Beschichtung mit der Zeit abnutzen kann und nickelfrei wird.
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