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Periimplantitis – Zahnfleischentzündung am Implantat

Als Periimplantitis bezeichnet man eine fortgeschrittene bakterielle Entzündung des Zahnfleischs im Bereich eines Zahnimplantates, die sich bis zum Kieferknochen ausbreiten kann und schlimmstenfalls zum Verlust des Implantates führt.
Bild: pixabay website5
Für viele Menschen ist die Vorstellung irgendwann einen herausnehmbaren Zahnersatz zu tragen ein Gräuel. Nur gut, dass es inzwischen Zahnimplantate gibt, eine inzwischen ästhetisch ansprechende Form des Zahnersatzes. Implantate sitzen genauso gut wie die eigenen Zähne und sind äußerlich nicht von echten Zähnen zu unterscheiden. Somit sind viele Menschen bereit, dafür viel Geld zu bezahlen.

Doch nicht immer läuft das Einsetzen von Zahnimplantaten reibungslos ab und es kann zu Komplikationen kommen, entweder unmittelbar nach der Behandlung oder auch Jahre später. Besonders ärgerlich, wenn sich aufgrund von Entzündungen das Implantat lockert und schlimmstenfalls nicht mehr haltbar ist und man letztendlich doch die herkömmliche Variante des Zahnersatzes wählen muss.
Inhalt

Was passiert beim Einsetzen eines Implantats?
Was ist eine Periimplantitis?
Ursachen einer Periimplantitis
Symptome einer Periimplantitis
Periimplantitis – Diagnose
Periimplantitis – Behandlung
Periimplantitis vorbeugen
Weitere Themen
Was passiert beim Einsetzen eines Implantats?

Das Implantat selbst ist eine Schraube aus Titan, die in den Knochen des Kiefers geschraubt wird. Ist die Schraube dann fest mit dem Knochen verwachsen, was einige Zeit braucht, wird eine Keramik-Krone auf den noch sichtbaren Teil der Schraube befestigt. Fachmännisch durchgeführt ist die Krone, wie ein echter Zahn auch, nun voll belastbar. Die Implantat-Setzung ist somit abgeschlossen.
Was ist eine Periimplantitis?

Ist das Implantatbett entzündet, das heißt, das Zahnfleischgewebe direkt um das Implantat herum, kann die Entzündung entsprechend behandelt werden. Ausschlaggebend ist, dass die Entzündung so früh wie möglich erkannt und behandelt wird, um erfolgreich auszuheilen. Das frühe Stadium der Entzündung, bei der nur das weiche Gewebe betroffen ist, nennt man periimplantäre Mukositis.

Ist die bakterielle Entzündung jedoch fortgeschritten und hat bereits den Knochen angegriffen, handelt es sich um eine Periimplantitis. Es kommt zum Knochenabbau und kann, auch wenn behandelt wird, zum Verlust des Zahnimplantates führen.
Ursachen einer Periimplantitis

Als Hauptursache einer Periimplantitis wird eine mangelnde Mundhygiene genannt. Wie bei den eigenen Zähnen auch, kann eine regelmäßige und gründliche Zahnhygiene sowie regelmäßige Zahnarztbesuche verhindern, dass es zu Ablagerungen kommt, auf denen sich Bakterien anlagern. Bei den eigenen Zähnen kann es dadurch zu einer Paradontitis kommen, bei Implantaten spricht man von der Periimplantitis.

Weitere Ursachen einer Mukositis oder Periimplantitis können sein:

  • Schlechtes Einheilen der Implantate
  • Eine unbehandelte Paradontitis
  • Erkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Osteoporose
  • Immunsuppressiva (Medikamente, die das Immunsystem hemmen)
  • Hormonelle Veränderungen
  • Rauchen

Auch bei noch so gründlicher Zahnpflege kann es zu der Periimplantitis kommen. Manche Menschen tragen genetisch bedingt ein erhöhtes Risiko, an Entzündungen zu erkranken.
Symptome einer Periimplantitis

Anfangs bemerkt der Betroffene einen Berührungsschmerz am Zahnfleisch rund um das Implantat. Das Zahnfleisch ist zudem etwas geschwollen und gerötet. Im weiteren Verlauf bildet sich Eiter um den Implantathals und die Schwellung nimmt zu, so dass sie auch äußerlich (dicke Wange) sichtbar ist. Tritt Eiter aus der Schwellung, entsteht ein süßlicher Mundgeruch. Hinzu kommen Schmerzen im Bereich des Kieferknochens. Der Betroffene fühlt, dass sich das Implantat lockert. Ist die Periimplantitis bereits weit fortgeschritten und hat den Knochen angegriffen, ist das Implantat meist nicht mehr zu retten. Eine abgebaute Knochensubstanz erneuert sich nicht.

Deshalb ist es wichtig, bereits bei den ersten Anzeichen einer Entzündung bzw. nur bei dem Gefühl, dass „was nicht stimmt“ mit dem Implantat, sofort zum Zahnarzt zu gehen.
Periimplantitis- Entzündung
Bild: pixabay website5
Periimplantitis - Diagnose

Die äußeren Anzeichen wie Rötung und Schwellung im Bereich des Implantates sind für den Zahnarzt erste Hinweise einer Entzündung. Ob es sich um eine Implantatbett-Entzündung handelt, kann der Zahnarzt mithilfe der Parodontalsonde feststellen. Bei dieser Untersuchung wird die Sonde in die Zahnfleischtasche am Implantat eingeführt. Zeigen sich Eiter und Blut, liegt wahrscheinlich eine Periimplantitis vor. Die anschließende Röntgenaufnahme gibt dann endgültige Gewissheit. Das Röntgenbild zeigt auch, inwieweit der Kieferknochen geschädigt ist, was für die weitere Behandlung wichtig ist.

Eine weitere Methode um herauszufinden, ob es sich um eine Periimplantitis handelt, ist der sogenannte Periimplantitis-Markertest. Dieser Test ist für den Patienten völlig schmerzfrei und es lässt sich sehr früh erkennen, ob ein Knochenabbau vorliegt. Bei der Untersuchung wird in der Nähe des Implantates mithilfe eines Teststreifens eine Probe entnommen. Labortechnisch werden dann die sogenannte Kollagenasen (aMMP-8), das sind körpereigene Stoffe, die Gewebe abbauen, gemessen. Ist der Kollagenase-Wert des Patienten zu hoch, ist das der Nachweis einer Periimplantitis (Zahnimplantatbett-Entzündung).
Periimplantitis - Behandlung

Zu Beginn der Behandlung muss die bakterielle Entzündung beseitigt werden. Das geschieht mit Antibiotika. Je nach dem Stadium der Entzündung reicht bei einer Mukositis, also bei einer früh erkannten Entzündung, meist schon eine Reinigung des Zahnimplantates und eine antimikrobielle Spüllösung aus. Eventuell werden zusätzlich noch Antibiotika verschrieben.

Eine andere Möglichkeit die Bakterien zu beseitigen und somit den Gewebeabbau aufzuhalten, ist die Lasertherapie (photothermische Therapie PTT).

Anders sieht es aus, wenn eine Periimplantitis diagnostiziert wurde und der Knochen bereits angegriffen ist bzw. es schon zum Knochenabbau gekommen ist. In diesem Fall ist ein chirurgischer Eingriff notwendig, bei dem die entstandene Knochentasche mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt wird, um dann das Implantat wieder fest mit dem Kieferknochen verankern zu können. Vorweg muss natürlich auch erst die Entzündung beseitigt werden.

Hatte der Patient allerdings in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit Zahnfleischentzündungen und ist damit zu rechnen, dass es auch zukünftig wieder dazu kommt, sollte über eine Alternative zum Implantat nachgedacht werden.
Bakterielle Entzündung
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Periimplantitis vorbeugen
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Wie bei den eigenen Zähnen, ist auch die Pflege der Zahnimplantate wichtig. Dazu gehört die regelmäßige und gründliche Mundhygiene sowie die regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt. Wer zu Entzündungen neigt, sollte zudem in regelmäßigen Abständen einen Periimplantitis-Markertest durchführen lassen.

Personen mit einem erhöhtem Entzündungsrisiko sollten sich bei Zahnverlust zusammen mit dem Zahnarzt überlegen, ob Implantate für ihn die richtige Wahl sind und sich über mögliche Alternativen informieren.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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