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Verbindung zwischen Darmflora und Multipler Sklerose entdeckt

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Bakterielle Darmbewohner spielen wohl eine viel größere Rolle bei der Entstehung der Krankheit Multiple Sklerose, als bisher angenommen.

Bei der Erkrankung Multiple Sklerose wird das Gehirn von einer fehlgeleiteten Antwort des körpereigenen Abwehrsystems geschädigt.

Möglicherweise sind jetzt Schweizer Wissenschaftler einem Multiple Sklerose auslösenden Autoantigen auf die Spur gekommen. Ihren Bericht veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin Science Translational Medicine.

Multiple Sklerose

Der Beginn einer MS kommt meist mit verschiedenen Kribbel- und Taubheitsgefühlen in Armen oder Beinen oder aber mit Sehstörungen als erste Symptome daher.
Der Krankheitsverlauf ist in jedem Einzelfall nicht vorhersehbar. Beim Betroffenen verläuft die Krankheit am Anfang häufig in Schüben (remittierender Verlauf). Es entwickeln sich episodische Krankheitssymptome. Diese Symptome verschwinden wieder nach einem gewissen Zeitraum oder nach einer Behandlung. Das geschieht bei ca. 50 % der Betroffenen. Bei den anderen 50 % der Patienten geht der schubförmige Verlauf jedoch irgendwann in einen chronisch fortschreitenden Verlauf (progrediente Form) über. Im Verlauf verändert sich die Qualität der MS Symptome. Es kommen neue Beschwerden hinzu, die zum Teil bestehen bleiben. Ausmaß und Schweregrad der Symptome nehmen mit der Dauer der Erkrankung oft zu, doch treten einige Störungen nur vorübergehend auf. Es herrscht also ein ständiges Kommen und Gehen. Dieser Verlauf ist charakteristisch für die Multiple Sklerose.

Studie

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung, bei der sich das körpereigene Abwehrsystem gegen die Hüllen von Nervenzellen richtet und sie zusehends zersetzt.

Diese Hüllen bestehen aus dem sogenannten Myelin, das ist eine biologische Membran aus Fetten und Eiweißen. So konzentrierten sich die Forscher auf ihrer Suche nach den Zielantigenen der Krankheit bisher auf Myelinkomponenten.
Die Resultate der Wissenschaftsgruppe um Mireia Sospedra und Roland Martin vom Klinischen Forschungsschwerpunkt Multiple Sklerose der Universität Zürich legen nun nahe, dass es sich lohnt den Blickwinkel zu erweitern, um ein besseres Verständnis zur Erkrankung Multiple Sklerose zu bekommen.

Wie die Forscher in ihrem Artikel berichteten reagieren die so genannten T-Helfer-Zellen – die für die pathologischen Prozesse verantwortlichen Immunzellen – auf ein Eiweiß namens GDP-L-Fucose-Synthase. Das Enzym wird sowohl vom Menschen als auch von Bakterien gebildet, die in der Darmflora von MS-Betroffenen gehäuft zu finden sind.

Mireia Sospedra führte aus:“Wir denken, dass die Immunzellen im Darm aktiviert werden, dann ins Hirn wandern und dort eine Entzündungskaskade anstoßen, wenn sie der menschlichen Variante ihres Zielantigens begegnen“. Für die genetisch definierte Untergruppe von MS-Patienten, die sie untersucht hätten, zeigten ihre Ergebnisse, dass bakterielle Darmbewohner eine viel größere Rolle bei der Entstehung der Krankheit spielen könnten, als bisher angenommen, fährt Sospedra fort. Sie hofft, die Erkenntnisse auch schon bald therapeutisch nutzen zu können und plant, die immunaktiven Bestandteile der GDP-L-Fucose-Synthase in einem Ansatz zu testen, den die Forschenden schon seit mehreren Jahren verfolgen.

Der klinische Ansatz der Forscher richtet sich spezifisch gegen die pathologischen autoreaktiven Immunzellen. So unterscheidet sich hier die Forschung grundsätzlich von den aktuell verfügbaren Behandlungen, die das gesamte Immunsystem drosseln.

Die bisherigen Behandlungsmethoden helfen zwar häufig, die Entwicklung der Krankheit aufzuhalten, dass aber meist mit schwerwiegenden Nebenwirkungen, da die Behandlung zu einer Schwächung des Immunsystems führt.

In ihrem klinischen Versuch haben die Wissenschaftler den MS-Patienten Blut abgenommen. Im Labor klebten sie die immunaktiven Eiweißfragmente auf die Oberfläche der roten Blutkörperchen.

Nach diesem Prozess wurde das Blut wieder in den Körper eingeleitet. So helfen die Fragmente, das Immunsystem der Kranken gewissermaßen umzuerziehen und gegenüber ihrem eigenen Hirngewebe tolerant zu machen.

Diese zielgerichtete Therapie ist gut verträglich und ist ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.

Originalpublikation

Raquel Planas, Radleigh Santos, Paula Tomas-Ojer, Carolina Cruciani, Andreas Lutterotti, Wolfgang Faigle, Nicole Schaeren-Wiemers, Carmen Espejo, Herena Eixarch, Clemencia Pinilla, Roland Martin, Mireia Sospedra. GDP-L-Fucose Synthase As A Novel CD4+ T Cell-Specific Autoantigen in DRB3*02:02 Multiple Sclerosis Patients. Science Translational Medicine. 10 Oct 2018. DOI:
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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