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Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

Im Gegensatz zum Eisenmangel, ist ein Zuviel an Eisen im Körper vielen Menschen nicht bekannt. Die sogenannte Eisenspeicherkrankheit, der medizinische Begriff hierfür ist Hämochromatose, ist eine Erkrankung, bei der zu viel Eisen im Körper verbleibt, als nötig und gut ist. Die Eisenspeicherkrankheit zählt zu den sogenannten Erbkrankheiten, das heißt, dass ein Gendefekt für die Entstehung dieser Erkrankung ursächlich ist. Durch die übermäßige Eisenablagerung im Körper können Organe und Gelenke geschädigt werden.
Eisenspeicherkrankheit - Symptome
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Inhalt

Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) – Ursache
Eisenspeicherkrankheit – Behandlung
Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) - Ursache

Eisen ist wichtig für den Organismus und wird über die Nahrung aufgenommen, wo es über die Dünndarmwand in das Blut geleitet wird, und zwar nur so viel, wie es für den Körper notwendig ist. Eisen wird zur Bildung des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) benötigt, der wiederum für den Sauerstofftransport im Organismus erforderlich ist.

Bei der Eisenspeicherkrankheit funktioniert die regulierte Weiterleitung über die Dünndarmwand nicht. Das heißt, es verbleibt zu viel Eisen im Körper. Die Ursache hierfür ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Etwa 10 Prozent der nordeuropäischen Bevölkerung tragen dieses veränderte Gen in sich, besitzen jedoch gleichzeitig eine „gesunde“ Kopie dieses Gens. Sie werden in der Fachsprache als heterozygote Träger bezeichnet. Diese Menschen erkranken normalerweise nicht an Hämochromatose, können aber diese Erbanlage an ihre Kinder weitergeben, das aber auch nur, wenn beide Elternteile davon betroffen sind. Etwa 0,3 bis 0,5 Prozent der Bevölkerung erben diesen Gendefekt; beide Gene sind hierbei verändert. Diese Menschen werden als sogenannte homozygote Träger bezeichnet und können an Hämochromatose erkranken.

Neben der erblich bedingten Hämochromatose kann es auch in Folge einer anderen Krankheit zu einer Eisenüberladung kommen. Diese im Laufe des Lebens erworbene Erkrankung nennt man „sekundäre Hämochromatose“, die allerdings nur sehr selten auftritt. Ursachen für die sekundäre Hämochromatose können häufige Bluttransfusionen, Hepatitis B und C Erkrankungen, hämolytische Anämie (Blutarmut roter Blutkörperchen) und Alkoholismus sein.
Eisenspeicherkrankheit - Gendefekt
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Eisenspeicherkrankheit - Symptome

Bei der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) verbleibt zu viel Eisen im Körper, was sich nach und nach in den Zellen einlagert und je nach Anstieg der Eisenüberladung zu folgenden Symptomen führt:


Die zuvor genannten Symptome gehen meist schleichend daher. So können viele dieser Anzeichen, gerade im Frühstadium einer Hämochromatose, auch auf andere Erkrankungen deuten, obwohl sich bereits Eisen in den Organen und in den Gelenken abgelagert hat. Erst im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung verstärken sich die Beschwerden und es kommen eindeutigere Symptome hinzu, wie zum Beispiel die Verfärbung der Haut von sonnengebräunt bis bronzefarben. Weitere äußere Anzeichen können geschwollene Hände und Füße sein.
Eisenspeicherkrankheit - Diagnose

Die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) kann nur ein Arzt diagnostizieren. Nicht selten stößt man per Zufallsbefund darauf, wie etwa bei einer routinemäßigen Blutuntersuchung, bei der die Eisenwerte über ein vernachlässigbares Maß hinaus stark erhöht sind.

Besteht der Verdacht auf die Eisenspeicherkrankheit folgen neben der Blutuntersuchung weitere Tests. Es erfolgt zunächst das Gespräch mit dem Arzt, um eventuelle mögliche Ursachen ausschließen zu können. Ist dem Patienten seitens der Eltern oder Geschwister ein Fall von Hämochromatose bekannt, muss dies dem Arzt unbedingt mitgeteilt werden.

Es folgt eine Messung spezieller Leberwerte, die mögliche erhöhte Werte erkennen lässt, was ein weiterer Hinweis einer Hämochromatose ist. Des Weiteren kann über eine Blutuntersuchung eine Genanalyse durchgeführt werden. Eine Leberbiopsie muss vorgenommen werden, wenn die Leberwerte auffällig sind und der Verdacht eines Leberschadens besteht. Die Leberbiopsie liefert zudem eine sichere Diagnose auf Hämochromatose und wurde vor Einführung der Gentests immer durchgeführt, was heute nicht mehr zwingend nötig ist.

Eine weitere Maßnahme ist das Erkennen von Eisen in der Leber oder Anzeichen von Leberschäden über das bildgebende Verfahren – die Magnetresonanztomographie, kurz MRT.
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Bildgebende Verfahren (MRT)
Eisenspeicherkrankheit - Behandlung

Die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) muss behandelt werden. Ziel der Behandlung ist, die Eisenmenge im Körper zu verringern, um dadurch bedingte Beschwerden zu lindern. Derzeitig ist es nur möglich die Auswirkungen der Eisenspeicherkrankheit abzumildern, da es kein Heilmittel gegen die Hämochromatose selbst gibt.

Je nach Beschwerden und fortgeschrittenem Krankheitsstadium können folgende Behandlungsmaßnahmen eingesetzt werden:
Aderlass: Der sogenannte Aderlass, der medizinische Fachbegriff hierfür lautet Phlebotomie, gilt als die wirksamste und die am häufigsten angewandte Behandlungsmethode bei der Eisenspeicherkrankheit. Hierfür muss sich der Betroffene zu Beginn der Behandlung wöchentliche etwa 500 ml Blut aus einer Vene abnehmen lassen, um den Eisenspeicher zu entleeren. Anhand des Ferritinwertes kann der Arzt kontrollieren, inwieweit die Therapie wirkt. Normalisieren sich die Werte, verlängert sich der zeitliche Abstand des Aderlasses.
Medikamentöse Behandlung: Die medikamentöse Behandlung bei Hämochromatose wird eher selten eingesetzt, beispielsweise wenn ein Aderlass aufgrund zu dünner Venen nur schwer möglich ist. Auch hierbei gilt es, den überschüssigen Eisenanteil im Körper zu reduzieren. Ein häufig verwendeter Wirkstoff ist Deferasirox, ein sogenannter Eisenchelatbildner, das heißt, er bindet das Eisen im Serum und im Gewebe. Das Medikament wird in Tablettenform verschrieben und muss einmal täglich angewendet werden. Das überflüssige Eisen wird dadurch über den Urin und Stuhl ausgeschieden. Die Werte werden regelmäßig kontrolliert.
Behandlung bei der sekundären Hämochromatose: Die erworbene Eisenspeicherkrankheit wird medikamentös behandelt. Hierbei ist es wichtig, dass parallel zu der Behandlung die Grunderkrankung, die zu dem Eisenüberschuss geführt hat, erkannt und behandelt wird.
Wichtig! Die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) muss behandelt werden, und je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Aussichten mit dieser Erkrankung leben zu können. Zu spät erkannte Leberschäden, wie eine Leberzirrhose, ist nicht mehr heilbar.
Eisenspeicherkrankheit - Vorbeugen

Der erblich bedingten Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) kann man nicht vorbeugen. Es handelt sich um einen Gendefekt, der für die Eisenüberlagerung im Körper ursächlich ist. Ist die Erkrankung in der Familie (Eltern, Geschwister oder Großeltern) bekannt, so ist es sinnvoll sich vorsorglich daraufhin testen zu lassen. Die Eisenspeicherkrankheit selbst ist zwar nicht heilbar, jedoch kann bei frühzeitigem Erkennen und einer rechtzeitigen Behandlung den Symptomen entgegengewirkt werden und das überschüssige Eisen im Körper reduziert und kontrolliert werden. Bei frühzeitigem Wissen über die Erkrankung kann der Betroffene zudem seine Lebensweise dahingehend darauf einstellen, dass nicht noch zusätzlich übermäßig Eisen über die Nahrung in den Körper gelangt.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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