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Noroviren – Eine akute Magen-Darm-Infektion

Naturheilung
Der Begriff Noroviren umfasst eine ganze Gruppe von Viren. Sie bestehen aus mehreren Subtypen und nur einige von ihnen sind für den Menschen gefährlich. Gefährlich sind für den Menschen nur die sogenannten „humanen Noroviren“. Diese Viren sind verantwortlich dafür, wenn es zu einer Erkrankung kommt. Neben dem Rotavirus ist das Norovirus der häufigste Auslöser für eine Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis), aber immer vorausgesetzt die Erkrankung wird nicht durch ein Bakterium ausgelöst.

Statistiken sagen aus, dass etwa jede dritte Magen-Darm-Grippe bei Kindern und etwa die Hälfte der Fälle bei Erwachsenen in Deutschland auf das Norovirus zurückgehen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Erkrankten noch einmal angestiegen. Die häufigsten Infektionen treten in den Wintermonaten zwischen November und März auf. Gefährdet sind besonders Kleinkinder, Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem, so z. B. AIDS-Betroffene.
Magen-Darm-Infekt
Bild: pixabay website5
Inhalt

Geschichte Norovirus
Noroviren – Infektionswege durch z. B.:
Inkubationszeit - Norovirus
Norovirus – Symptome
Dauer einer Infektion
Diagnose Norovirus-Infektion
Behandlung einer Norovirus-Infektion
Norovirus ist meldepflichtig
Weitere Themen
Geschichte Norovirus

Das erste Mal wurde das Norovirus im Jahr 1968 im der amerikanischen Stadt Norwalk nachgewiesen. Auf Grund dessen wurde das Virus früher auch Norwalk-Virus genannt. Das Virus selbst ist weltweit verbreitet und ist überaus resistent gegenüber Umwelteinflüsse. Auch überlebt der Virus mehr als 12 Stunden auf Oberflächen und übersteht Temperaturen von bis zu 60 Grad. Das Virus ist sehr ansteckend, schon eine kleinste Virenmenge genügt um einen Menschen zu infizieren. Zudem kann eine einzige infizierte Person eine lokale Epidemie auslösen.
Noroviren – Infektionswege durch z. B.:

Das Norovirus wird direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Bisher konnte eine Übertragung durch Tiere auf den Menschen nicht nachgewiesen werden.
Der Mensch ist nach heutigem Wissensstand das einzige Reservoir der Noroviren. Nachweis von Noroviren bei Tieren (Schweinen, Katzen, Kaninchen) steht in keinem erkennbaren Zusammenhang mit Erkrankung des Menschen

Der Virus ist äußerst ansteckend. Schon kleinste Virusmengen reichen aus, um jemanden anzustecken. Zudem sind die Noroviren besonders widerstandsfähig (resistent) gegenüber Umwelteinflüssen, auch überleben sie auf Gegenständen und Flächen mehrere Tage und sind sogar gegen einige Desinfektionsmittel resistent.

  • Kontaminierte Speisen, z. B. frische Salate, Krabben, Muscheln
  • Verunreinigtes Wasser
  • Kontaminierte Gegenstände
  • Durch Fäkalien
  • Oral von Mensch zu Mensch
Inkubationszeit - Norovirus

Die Norovirus Inkubationszeit, also der Zeitraum, den der Infizierte braucht, um Symptome zu entwickeln, beträgt nur wenige Stunden. Zusätzlich gehört das Norovirus zu den sehr ansteckenden Magen-Darm-Viren. Denn schon während der Norovirus Inkubationszeit ist eine erkrankte Person für andere infektiös.

Die Inkubationszeit beträgt 6 bis 50 Stunden nach der Ansteckung. Infizierte Personen scheiden das Virus während der akuten Erkrankung bis zu 48 Stunden lang aus. Es gab aber Fälle, bei denen Betroffene noch 5 bis 14 Tage nach Krankheitsbeginn sowie in Ausnahmefällen über Wochen das Virus ausschieden.
 Virus ist sehr ansteckend
Bild: clipdealer.de
Norovirus – Symptome

Meist beginnen die Norovirus-Symptome plötzlich. Sie äußern sich durch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Besonders stark betroffenen sind Kinder und ältere Menschen sowie Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Gefährlich wird es, wenn der Körper durch die Erkrankung viel Flüssigkeit verliert. Durch den Flüssigkeitsverlust verliert der Körper Elektrolyte (Salze), deswegen muss man darauf achten, dass der Patient ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Das gilt insbesondere bei Kleinkindern und älteren Menschen, da schon ein geringer Flüssigkeitsverlust bei diesen Betroffenen lebensgefährlich werden kann.

Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, eignen sich besonders dünne Suppen, Mineralwasser und ungesüßte Kräutertees.

Besonderheit Kinder

Einen anderen Krankheitsverlauf kann eine Norovirus-Infektion bei Kindern nehmen.

Bei Kindern tritt eine Infektion häufig ohne Erbrechen auf. Auch zeigt sich hin und wieder die Erkrankung mit Übelkeit und Erbrechen, aber ohne den typischen Durchfall.

Zudem muss man bei Kindern besonders auf den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust achten, da Kinder diesen Verlust weniger kompensieren können als Erwachsene. Der kleine Körper trocknet schnell aus und es kann zu erheblichen Störungen im Elektrolythaushalt kommen. Wird das Defizit an Flüssigkeit und Elektrolyten nicht ausgeglichen, kommt es zu Kreislaufproblemen, Nierenversagen und es kann zu Krampfanfällen kommen.

Auch kann es durch die starken Darmbewegungen und starken Erbrechen zu einer Einstülpung des Darms kommen (Darminvagination). Sollte es dazu kommen, treten heftige, krampfartige Bauchschmerzen und blutig-schleimige Auflagerungen auf dem Stuhl auf.

Säuglinge äußern ihre Bauchschmerzen meist durch ein schrilles Schreien. Zudem ziehen sie ihre Beine an.

Hat man den Verdacht auf eine Infektion sollten Babys und Kleinkinder auf jeden Fall ärztlich betreut werden.
Bild: fotolia.de
Dauer einer Infektion

Meist verläuft die Norovirus-Infektion schnell und heftig. Die akuten Symptome halten meist drei Tage an. Das allgemeine Krankheitsgefühl und Schlappheit hält meist noch ein paar Tage länger an.

Die Dauer und der Verlauf einer Norovirus-Infektion richten sich allerdings auch nach dem Gesundheitszustand des Betroffenen. Bei Kindern ist es auch möglich, dass die Erkrankung ohne Erbrechen daherkommt. Bei einem Erwachsenen treten hingegen meist beide Beschwerden auf (Durchfall und Erbrechen). Über Folgeschäden bzw. bleibende Schäden ist nach einer Norovirus-Infektion nichts bekannt.
Verlauf einer Norovirus-Infektion
Diagnose Norovirus-Infektion

Um eine gesicherte Diagnose einer Norovirus-Infektion zu erhalten wird eine Stuhlprobe oder Erbrochenes labortechnisch untersucht. Diese Untersuchung wird nur in speziellen Laboren durchgeführt. Auch wird diese Diagnostik nur durchgeführt, wenn alle anderen Ursachen für den Durchfall ausgeschlossenen wurden. Der Virusnachweis ist wichtig, wenn in einem bestimmten Gebiet oder einer gemeinschaftlichen Einrichtung auf einmal sehr viele Fälle von Erbrechen und Durchfall auftreten. So kann die Ursache der Erkrankung ermittelt und weitere Fälle verhindert werden.

Der gesicherte Nachweis von Noroviren im Stuhl oder Erbrochenem ist derzeit durch drei verschiedene Nachweismethoden möglich:

  • Elektronenmikroskopie (direkt oder als Immunelektronenmikroskopie)
  • RT-PCR Amplifikation (Vermehrung) viraler Nukleinsäuren
  • Nachweis viraler Proteine (antigen-EIA) (Die Sensitivität und Spezifität sind noch verbesserungsbedürftig)
Behandlung einer Norovirus-Infektion

Ob man etwas Falsches gegessen hat oder sich aber einen Virus eingefangen hat, ist bei den Symptomen wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen nicht gleich auszumachen. Bei dieser Symptomatik kann es sich um eine Magen-Darm-Grippe oder aber um eine Lebensmittelvergiftung handeln.

Die infektiöse Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe) wird zum Beispiel durch Noroviren ausgelöst.
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Eine spezielle medikamentöse Therapie für eine Norovirus-Infektion gibt es nicht. Eine Behandlung richtet sich danach, die Symptome so gut wie möglich einzudämmen- eine sogenannte symptomatische Therapie. Diese Therapie richtet sich nach dem Krankheitszustand und dem Allgemeinzustand des Patienten. So werden bei den Betroffenen unterschiedliche Behandlungsmethoden angewendet.

Ist die Infektion nur mit leichten, mäßigen Symptomen verbunden, kann die Therapie zu Hause erfolgen. Es ist aber unumgänglich den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen.

Kleinkinder und Säuglinge müssen vermehrt Muttermilch zu sich nehmen oder es muss ein gleichwertiger Ersatz angeboten werden. Mineralwasser, eine Brühe oder ungesüßte Kräutertees werden für Jugendliche und Erwachsene empfohlen. Da man trotz Durchfall und Appetitlosigkeit kleine Mengen Nahrung zu sich nehmen sollte, empfiehlt sich hier Zwieback, Butterkekse oder Knäckebrot. Nach der Infektion sollte man nicht gleich auf schwere fettreiche Kost zurückzugreifen, sondern zunächst nur leichte verdauliche Nahrung zu sich nehmen.

Bei stärkeren Symptomen empfiehlt sich in der Akutphase eine sogenannte Substitutionslösung, gerade bei älteren Menschen und Kindern. Diese Lösungen sind in der Apotheke erhältlich und enthalten Traubenzucker und im Wasser gelöste Elektrolyte wie Kochsalz oder Kaliumchlorid. Diese Lösung ersetzt sehr gut die verlorenen Salze.

Da Kinder und ältere Menschen besonders heftig auf einen hohen Flüssigkeitsverlust reagieren, kann es notwendig sein, dass in einem solchen Fall der Norovirus im Krankenhaus therapiert werden muss. Gerade bei schweren und lang anhaltenden Symptomen. Im Krankenhaus kann der Flüssigkeitsverlust über Infusionen in die Vene ausgeglichen werden, auch erhalten Betroffene die nötigen Nährstoffe und Elektrolyte.

Die sogenannten Elektrolyte sind Salze wie Natrium, Chlorid, Kalium, etc., die durch das Erbrechen und den Durchfall in großer Menge verloren gehen. Verschiebungen der Elektrolytwerte können gefährlich sein, da sie beispielsweise zu Bewusstseins- oder Herzrhythmusstörungen führen können.

Patienten sollten auf jeden Fall das Bett hüten. Gegen starke Übelkeit und Erbrechen helfen sogenannte Antiemetikum. Diese Mittel kann der Arzt verschreiben. Antibiotika sind für eine Behandlung, bei einer Infektion mit Noroviren nicht geeignet, da Antibiotika ausschließlich gegen Bakterien wirksam sind, aber nicht gegen Viren.

Zudem glauben viele Betroffene, dass sie nach einer Infektion mit dem Norovirus Immunität gegen die Erkrankung erworben zu haben. Immun ist der Betroffene aber nur gegen exakt das gleiche Virus, wobei aber in der Gruppe der Noroviren eine große Anzahl unterschiedlicher Subtypen besteht, die sich außerdem ständig verändert. Eine Infektion mit dem Norovirus kann also auch nach einer einmal durchgemachten Infektion jederzeit wieder auftreten.
Schwangerschaft

Während einer Schwangerschaft kann dem Ungeborenen durch die Noroviren nichts geschehen. Durch starken Durchfall und Erbrechen kann jedoch viel Druck im Körper aufgebaut werden, so dass es frühzeitig zu Wehen und damit zum Geburtsvorgang kommen kann.

Bei einer Infektion mit Noroviren sollten werdende Mütter ebenfalls für eine ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit, Elektrolyten und Nährstoffe sorgen.

Sehr gefährlich ist es, wenn ein Neugeborenes am Norovirus erkrankt. Denn Babys und Kleinkinder reagieren empfindlich auf die Viren und der Flüssigkeitsverlust kann schnell lebensbedrohlich werden. Wahrscheinlich ist eine Ansteckung in Haushalten, mit Personen, die infiziert sind. Man muss in solch einem Fall verstärkt auf Hygiene achten und die infizierte Person so gut wie möglich von den anderen Familienmitgliedern trennen. Bei Babys und Kleinkindern, die erste Anzeichen einer Erkrankung zeigen, sollte sofort ein Arzt hinzugezogen werden.
Vorsorge

Eine Impfung gegen das Norovirus gibt es nicht. Eine Ansteckung kann man jedoch vermeiden, indem man konsequent auf die Hygiene achtet.

Besonders gilt das für die Hände, die regelmäßig gründlich mit Seife zu reinigen sind. Zusätzlich kann man sich ein wirksames Desinfektionsmittel gegen Noroviren in der Apotheke besorgen. Bei Anwendung des Desinfektionsmittels muss man das Mittel 30 Sekunden einwirken lassen, um eine Übertragung des Virus zu verhindern.

Wenn im eigenen Haushalt eine Person am Norovirus erkrankt ist, sollten alle benutzten Gegenstände sorgfältig gespült und Flächen mit speziellen Flächendesinfektionsmitteln gereinigt werden. Dazu gehören auch Türgriffe oder Geländer. Besondere Vorsicht ist geboten bei Ausscheidungen (Kot oder Erbrochenen). Berührungen sollte man vermeiden, in dem man Handschuhe trägt und einen Mundschutz, um das Einatmen von Viruspartikel zu vermeiden. Auch sollte benutzte Wäsche bei 90 Grad gewaschen werden.
Norovirus ist meldepflichtig

Ist der Nachweis geführt, dass eine Infektion mit Noroviren vorliegt, ist die Erkrankung nach dem Deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig. Die Daten werden dann mit dem Namen des Betroffenen an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Besteht nur der Verdacht einer Infektion mit Noroviren, ist das nur dann meldepflichtig, wenn der Betroffene in einer Einrichtung lebt oder in der Gastronomie-Branche tätig ist. Ziel dieser Maßnahmen ist, eine Noroviren-Epidemie frühzeitig zu erkennen und so weitere Erkrankungen zu verhindern.

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