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Viele Senioren nehmen ungeeignete Medikamente

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Eine neue Studie der Barmer Krankenkasse zeigt auf, dass viele Patienten einen gefährlichen Mix aus Medikamenten bekommen.

Der aktuelle Report der Barmer Ersatzkrankenkasse kommt zu dem Ergebnis, dass fast jeder 4. Patient ein ungeeignetes Medikament bekommt.
Bild: pixabay website5
Aus dem Arzneimittelreport geht hervor, dass es nicht nur an der Gabe mehrerer Wirkstoffe gleichzeitig liegt, sondern auch an der Verschreibung der Medikamente durch verschiedene Ärzte., sagt Barmer-Chef Christoph Straub. Weiter führte Christoph Straub aus, „es gehe nicht um Schuldzuweisungen in Richtung Ärzte“. Es liege eher an dem Fehlen von wichtigen Informationen für Behandlungsmethoden. Aber auch Sprachbarrieren oder Patienten mit unvollständigen Medikationsplänen sowie dem Verschweigen der Selbstmedikation können teils zu erheblichen Gefahren führen.

Die Experten hatten für ihre Analyse die Arzneimitteltherapie der Barmer-Versicherten ausgewertet.

Nach dieser Analyse bekam jeder 4. Versicherte im Jahr 2016 fünf oder mehr Medikamente verschrieben. Bei 2/3 davon kamen die Verschreibungen von drei oder sogar mehr Ärzten. Dadurch stieg das Risiko für einen gefährlichen Mix an Wirkstoffen.
Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken und Autor des Reports erklärte, dass mehr als 200.000 Versicherte gleichzeitig bestimmte Blutdrucksenker, wie zum Beispiel aus der Gruppe der ACE-Hemmer, AT1 Rezeptorantagonisten, Renin-Antagonisten und entwässernde Medikamente sowie Arzneien wie Ibuprofen oder Diclofenac verschrieben bekamen. Durch die Zusammensetzung der Wirkstoffe besteht die Gefahr, ein akutes Nierenversagen zu bekommen, so Daniel Grandt.

Bei mehr als 1.400 Patienten stellte der Autor fest, dass sie einen Arzneistoff bekamen, der für die Krebs- und Rheumatherapie (Methotrexat) verwendet wird - und das, obwohl das Mittel bei ihnen wegen gleichzeitig stark eingeschränkter Nierenfunktion nicht hätte eingesetzt werden dürfen.
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Zudem wurde festgestellt, dass bei Antibiotikatherapien einiges falsch laufen kann.  Ein Beispiel: zur Behandlung von Harnwegsinfektionen wird häufig das Antibiotikum Trimethoprim eingesetzt. Das, so der Autor, sei häufig gefährlich, da jeder dritte Patient der Untersuchung zufolge gleichzeitig andere Arzneimittel einnimmt und das Risiko von Wechselwirkungen erhöht wird, so dass eine Notfallbehandlung im Krankenhaus wahrscheinlicher wird.

Zudem drohen innere Blutungen, wenn der Patient bestimmte Blutverdünner einnimmt und gleichzeitig Acetylsalicylsäure (Aspirin) schluckt.
Barmer-Chef Christoph Straub erklärte, dass weniger unerwünschte Arzneimittelwirkungen auch weniger Krankenhausaufenthalte und weniger Todesfälle bedeuteten. Auch müssten die Patienten besser vor diesem Risiko geschützt werden. Allerdings sei es schwierig für die Ärzte den Überblick über jeden Patienten zu behalten.

Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken, betonte, dass das Problem vor allem Hausärzte betrifft. „Sie müssen die Gesamtmedikation ihrer Patienten, also auch die von Fachärzten verordneten Arzneimittel, beurteilen". Zudem ist es nicht realistisch, dass der Arzt die Risiken ohne Hilfsmittel immer korrekt einschätzen kann.

In diesen Zusammenhang weist die Barmer Krankenkasse darauf hin, dass sie zusammen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe ein Projekt entwickelt habe, das dieses Problem lösen könnte. Innerhalb des Projektes werden die Hausärzte mit Daten versorgt, aus denen hervorgeht, welche Verordnungen andere Ärzte verschrieben haben, um potenzielle Risiken der Therapie zu vermeiden.

Fazit: Hausärzte und Fachärzte müssen über 1.900 Wirkstoffe im Blick haben. Und das in gut 454 000 Kombinationen von zwei Wirkstoffen. Die möglichen Risiken kann kein Arzt ohne Hilfsmittel immer korrekt einschätzen. Daniel Grandt, Chefarzt am Klinikum Saarbrücken, fordert deswegen eine digital unterstützte Arzneimitteltherapie, wie sie die Barmer derzeit in einem Pilotprojekt mit Ärzten testet.

Juli 2018
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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