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Wacholder (Juniperus communis) – Naturheilkunde

Heilpflanzen
Der Wacholder wird auch Zypresse des Nordens genannt, da sein Aussehen an eine Zypresse erinnert. Mit der Zypresse ist der Wacholder botanisch verwandt. Der Wacholder ist in ganz Europa heimisch. In Deutschland wächst er bevorzugt in großen Mengen in der Lüneburger Heide. Man findet ihn jedoch auch in anderen Landesteilen.

Die Wacholderbüsche sehen säulenartig aus und stehen in vielen Gärten, da der Wacholder ein schönes Aussehen hat und nur langsam wächst.

Alle Teile des Wacholders sind heilwirksam. Hauptsächlich werden in der Heilkunde die Wacholderbeeren genutzt, aber auch die Triebspitzen, das Holz und sogar die Wurzeln können benutzt werden.

So wirken die Beeren der Heilpflanze zum Beispiel leicht entwässernd und können bei den ersten Anzeichen einer Blasenentzündung helfen.
Heipflanze - Wacholder
Bild: pixabay website5
Inhalt

Weitere volkstümliche Namen der Pflanze lauten
Wacholder (Juniperus communis) – Pflanzenbeschreibung
Wacholder (Juniperus communis) – Geschichte
Wacholder (Juniperus communis) - Verwendete Pflanzenteile
Wacholder (Juniperus communis) – Inhaltsstoffe
Wacholder (Juniperus communis) – Heilwirkung
Wacholder (Juniperus communis) – Anwendungsbereiche
Wacholder – Nebenwirkungen/Kontraindikation
Wacholder (Juniperus communis) – Anwendung
Äußerliche Anwendung
  • Wacholder (Juniperus communis) – Tinkturrezept
  • Wacholder (Juniperus communis) – Sirup Rezept
Wacholder - Ätherisches Öl
Weitere Vorschläge
Wacholder (Juniperus communis) – Homöopathie
Weitere volkstümliche Namen der Pflanze lauten

Der Wacholder ist unter vielen weiteren Namen bekannt. So zum Beispiel unter:

Wegholder, Krammet, Feuerbaum, Elfenholz, Kreuzbeerbaum, Michaelsbeere, Heide-Wacholder, Jachelbeerstrauch, Kaddig, Knirk, Kranawetsbaum, Kranawitten, Qekholder, Reckholder, Wachandel, Weckhalter, Wachulder, Wachtelbeerstrauch oder Weihrauchbaum
Wacholder (Juniperus communis) – Pflanzenbeschreibung

Ursprünglich stammt der Wacholder aus den Alpen und Mittel- bis Nordeuropa. Die Pflanze ist anspruchslos und wächst bis ins Gebirge. Gerade in der Lüneburger Heide wächst der Wacholder in großen Massen. Es ist eine immergrüne Pflanze.


Der Wacholder wächst je nach Standort 60 cm hoch, kann aber auch bis zu 7 Meter hochwachsen. Bei den südlichen Arten sind sie schuppenartig.
Zu erkennen ist der Wacholder an seinem säulenartigen Aussehen. Die Blätter haben eine Nadelform und sind sehr spitz.
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Die Blüten sind unscheinbar und gelb-grünlich gefärbt. Die beerenartigen Früchte sind blauschwarz. Die Blüten sind zweihäusig und wachsen auf verschiedenen Pflanzen. Die männlichen Blüten bestehen aus Staubgefäßen, die in Quirlen zusammenstehen. Die weiblichen Blüten haben drei Samenknospen, die nebeneinanderstehen.

Die zuerst grünen Beeren wachsen innerhalb eines Jahres aus den weiblichen Blüten. Erst nach zwei Jahren wird die Beere schwarzbraun und reif.

Der Wacholder gehört zur Pflanzenfamilie der Zypressengewächse (Cupressaceae). Der wissenschaftliche Name lautet Juniperus communis.
Wacholder (Juniperus communis) – Geschichte

Schon in der Antike wurde der Wacholder als Heilpflanze eingesetzt. Der Saft der Wacholderbeeren wurde zum Beispiel als diuretisches Heilmittel und Antiseptikum verwendet. So wurde es in der Antike als harntreibendes und entzündungshemmendes Mittel genutzt.

So findet sich der Wacholder schon in Schriften von dem griechischen Arzt Dioskurides wieder. Dieser beschrieb den Wacholder als scharfes, urintreibendes und erwärmendes Mittel. Er verwendete Extrakte aus dem Wacholder zum Beispiel bei Brustleiden, Husten und Leibschmerzen, wie auch bei Bissen von wilden Tieren.

Hippokrates empfahl den Wacholder bei einer äußerlichen Anwendung bei Wunden und Fisteln und innerlich bei Wasseransammlungen.

Zudem schätzten die Germanen den Wacholder als Heilpflanze bei Beschwerden im Magen, in den Nieren und in der Leber ein. Auch bei Wurmbefall oder Krämpfen und Schmerzen in der Hüfte nutzten sie die Wirkung des Wacholders.

Im Mittelalter wurde er als Vorbeugungsmaßnahme gegen die Pest eingenommen. Auch Räucherungen mit Wacholder wurden vorgenommen, um Krankheiten und Pestepidemien zu verhindern.

Zudem wurden Extrakte des Wacholders gegen Husten, Tierbisse, Wassersucht (Ödemen) oder Zahnschmerzen verwendet.

In vielen Kräuterbüchern aus dem 16. und 17. Jahrhundert wird der Wacholder als Heilpflanze erwähnt.

Auch Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) empfahl den Wacholder als Mittel gegen Nieren- und Gallensteine.
Wacholder (Juniperus communis) - Verwendete Pflanzenteile

Besonders der hohe Gehalt an ätherischen Ölen ist für die Heilwirkungen des Wacholders verantwortlich.

Medizinisch genutzt werden hauptsächlich die Beeren der Heilpflanze, aber auch die Triebspitzen, Rinden und die Wurzeln finden Verwendung in der Behandlung.
Wacholder (Juniperus communis) – Inhaltsstoffe

Überwiegend medizinisch genutzt werden die Wacholderbeeren. Sie enthalten 0,8 bis 2 % ätherisches Öl.

  • Bitterstoff Juniperin
  • Betulin
  • Pentosan
  • Phosphor
  • Mangan
  • Menthol
  • Kampfer
  • Zitronensäure
  • Flavone
  • Harz
  • Linolensäure
  • Gallussäure
  • Gerbstoff
  • Gerbsäure Oxalsäure
  • Terpineol
  • Umbelliferon
  • Zink und
  • ätherisches Öl
Wacholder (Juniperus communis) – Heilwirkung

Extrakte aus Wacholder wirken leicht harntreibend und wirken so auf die ableitenden Harnwege.

  • harntreibend
  • antibakteriell
  • blutbildend
  • schleimlösend
  • schmerzlindernd
  • blutreinigend
  • schweißtreibend
  • tonisierend
Wacholder - Ätherisches Öl
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Wacholder (Juniperus communis) – Anwendungsbereiche

Wacholderextrakte kann man bei Problemen der Harnorgane, zur Förderung der Verdauung, der Atmungsorgane oder bei Infektionskrankheiten anwenden.

So zum Beispiel bei:

Wacholder – Nebenwirkungen/Kontraindikation

Menschen, die an einer Nierenerkrankung leiden, sollten auf Extrakte des Wacholders verzichten. Das gilt auch für Schwangere und stillende Mütter. Zudem gibt es keine wissenschaftlichen Studien zu Kleinkindern und Säuglingen, so dass auch bei dieser Personengruppe auf eine Anwendung mit Wacholderextrakten verzichten werden sollte.

Eine zu hohe Dosierung von Wacholderextrakten kann zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, zu einer Beschleunigung des Herzschlages und der Atmung führen.
Wacholder (Juniperus communis) – Anwendung

Schon lange spielt die Heilpflanze in der Volksmedizin und der Phytotherapie eine bedeutende Rolle. So wirken Wacholderbeeren zum Beispiel appetitanregend, lindern Husten und helfen bei übelriechenden Durchfällen, Blähungen und Sodbrennen. Der Tee kommt auch aufgrund seiner harntreibenden Wirkung zur Entwässerung zum Einsatz.
Wacholder (Juniperus communis) – Teerezept: Man nimmt je ein Teelöffel zerquetschte Wacholderbeeren auf eine Tasse. Nun übergießen man die Beeren mit kochendem Wasser und lässt den Sud für fünf bis zehn Minuten ziehen. Danach wird abgeseiht.
Der Tee hilft innerlich zum Beispiel bei Erkrankungen des Harnapparates. Durch den Tee wird die Nierentätigkeit angeregt sowie die Ausscheidung gefördert. Zudem wird über die Förderung des Stoffwechsels und der entgiftenden Wirkung auch Migräne, Konzentrationsschwäche und nervöse Herzbeschwerden behandelt.

Bei Nierenentzündungen sollte der Tee jedoch nicht verwendet werden.

Gegen eine Bronchitis oder einer infektiösen Lungenerkrankung kann ein Dampfbad mit Wacholderöl helfen. Dadurch wird das Abhusten gefördert und die Schleimbildung gemildert.
Wacholder - innerliche Anwendung
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Dampfbad-Zubereitung: Vier Teelöffel zerdrückte Wacholderbeeren werden mit einem Liter Wasser überbrüht. Danach wird der Dampf unter einem Tuch inhaliert für ca. fünf Minuten.
Äußerliche Anwendung

Wacholder (Juniperus communis) – Tinkturrezept: Eine Handvoll zerdrückter Wacholderbeeren werden in ein Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Vodka übergossen bis alles bedeckt ist. Der Sud sollte für zwei bis sechs Wochen ziehen. Das Glas sollte täglich einmal geschüttelt werden. Danach wird abgeseiht und in eine Flasche abgefüllt.
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Verdünnt kann man die Tinktur für Umschläge verwenden, zum Beispiel gegen schlecht heilende Wunden.

Äusserlich angewandt lindert Wacholder-Tinktur Beschwerden des Bewegungsapparates. Man kann die Tinktur gegen Rheuma, Gicht oder Ischias auf die betroffenen Stellen auftragen.

Für eine innere Anwendung, so z. B. bei Verdauungsproblemen, nimmt man verdünnt täglich 50 Tropfen ein.

Auch nach einer schweren Mahlzeit helfen ein paar Tropfen der Tinktur dem Magen das Gegessene besser zu verarbeiten.
Wacholder (Juniperus communis) – Sirup Rezept: Für einen Sirup gegen bakteriellen Husten nimmt man 100 g Wacholderbeeren. Die Beeren zerkleinert man und übergießt sie mit 400 ml kochendem Wasser. Der Sud sollte über Nacht zugedeckt ziehen. Am nächsten Tag wird der Sud noch einmal langsam aufgekocht und anschließend durch ein Sieb gestrichen. Danach wird noch einmal aufgekocht.
Wenn man es mag kann man ein wenig Zucker oder Honig zuführen. Von dem Sirup nehmen Kinder täglich zwei und Erwachsene vier Löffel.

Der Sirup hilft zudem bei bakteriellen Lungenkrankheiten, da er Bakterien töten kann. Auch ist er appetitanregend.
Wacholder - Ätherisches Öl

Das Öl des Wacholders zieht sehr gut in die Haut ein, so dass man es äußerlich angewendet bei Gelenkbeschwerden verwenden kann. Diese Wirkung gilt auch für Nervenschmerzen, die mit dem Bewegungsapparat in Verbindung stehen, wie beispielsweise Hexenschuss oder Ischias.

Je nachdem, ob den Gelenken heißes oder kaltes Wasser besser bekommt, macht man Umschläge mit ein paar Tropfen ätherischem Wacholderöl. Das ätherische Wacholderöl sollte man nicht unverdünnt auf die Haut auftragen, weil es hautreizend wirkt.
Weitere Vorschläge

Das Kauen auf Wacholderbeeren hilft gegen Ansteckungen und schützt vor Infektionen. Zudem hilft es die Verdauung anzuregen und hilft gegen Sodbrennen und Mundgeruch.
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Die Triebspitzen oder Nadel werden abgekocht und der dann hautfreundlich angewärmte Sud als Fußbad genutzt. Das fördert die Durchblutung und behebt Stauungen.

Wacholder – Kadeöl: Das Kadeöl wird durch Destillation aus dem Holz des Baumes gewonnen.

Dieses teerartige Öl hilft gegen Schuppenflechte und andere Hauterkrankungen.
Wacholder (Juniperus communis) – Homöopathie

Juniperus communis wird aus den Beeren des Gemeinen Wacholders hergestellt. Das homöopathische Medikament hat eine große Wirkung auf den Bereich der Harnorgane. Die Hauptanwendungsgebiete in der Homöopathie sind akute oder chronische Nierenentzündungen wie eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) und Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), die durch eine mangelhafte Harnausscheidung bedingt sind.

Für Potenzen, Dosierungen und Einnahme homöopathischer Mittel gibt es keine allgemeingültigen Richtlinien. Fragen Sie ihren Arzt oder Homöopathen, welches Mittel am besten zu Ihnen passt.
Achtung: Die Kommission E (die Kommission E ist ein wissenschaftliches Gremium unabhängiger Experten, das für die Therapierichtung Phytotherapie beratend für das BfArM (Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte) tätig ist) nennt nur Verdauungsbeschwerden mit leichten Krämpfen im Magen-Darm-Bereich, Völlegefühl, Aufstoßen und Sodbrennen als Indikation für Wacholder.
Die European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) befürwortet jedoch auch Wacholderbeeren seit 1997 nicht nur bei Verdauungsbeschwerden, sondern auch zur Erhöhung der renalen Wasserausscheidung.
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Bitte beachten Sie: Die hier gefundenen Informationen ersetzen keinen Arztbesuch. Wenden Sie sich bei Krankheiten und Beschwerden an einen Homöopathen oder Arzt.
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